Das Damengambit. Eine Eigenproduktion von Netflix, rezensiert von Tim Reimann.

The Queen's Gambit | Das Damengambit

Gänsehautmomente in einer Serie bei der es um Schach geht? Das kann funktionieren. Und genau das beweist auch The Queen's Gambit - zu deutsch - Das Damengambit.

Enstehung & Geschichte:

Schöpfer und Schaffer der Miniserie auf dem Streamingportal Netflix sind Scott Frank und Allan Scott. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman ("The Queen's Gambit") von Walter Trevis aus dem Jahr 1983.
Der Serienname ist mit einer sogenannten 'Eröffnung' beim Schach gleichgesetzt - das Damengambit.

Hintergrund:

Das Waisenkind Elizabeth Harmon (Anya Taylor-Joy) wächst in den wilden 50er Jahren in Kentucky in einem Waisenhaus auf. Dort macht sie gleichermaßen schlechte als auch gute Erfahrungen. Eine positive Sache: Hier entdeckt unsere Protagonistin im jungen Alter ihre Leidenschaft für das männerdominierte Spiel Schach.

Meinung unseres Kolumnisten Tim:

Das Streamingportal Netflix verwöhnt uns ja häufiger mit Eigenproduktionen aus der ganzen Welt. Diese, nennen wir es mal untertriebenerweise Schachserie, die zum Teil in den Staaten (Cambridge) aber auch in Deutschland (Berlin) gedreht wurde, ist in meinen Augen ein Eigenproduktionshighlight. Damit ist die Katze - oder aber auch die Dame - schon aus dem Sack gelassen. Ich finde die Serie fantastisch. Lange hat mich keine Eigenproduktion mehr so hinter dem Bildschirm gefangen gehalten. Und das obwohl die vermeintliche Schachserie noch viel mehr zu bieten hat als.. Schach.

Weltpolitik zwischen Russland und Amerika, das veraltete Frauenbild in den frühen 50er Jahren, die übervollen Waisenhäuser in Amerika aber auch durchaus eine Starbesetzung vieler Rollen.

Euch werden Gesichter aus Law & Order, Harry Potter aber auch Game of Thrones über die Mattscheibe laufen.

Viele Rezensionisten sprechen gerne von einem Spannungsbogen, einer Spannungskurve. Diese Serie, natürlich auch der Kürze geschuldet, hat für meine Begriffe eine 'Spannungsgerade' und ist zu keiner Zeit langweilig oder langatmig. Beflügelt wird das ebenfalls durch die fantastische Musikauswahl die getroffen wurde. Stilvoll und zeitlich passende Stücke untermalen die Szenerie und malen harmonisch gestaltete Bilder.

Die unfassbar charismatische Hauptdarstellerin und Wunderkind, Elizabeth Harmon, lässt uns anfangs einen Blick in den Alltag der Waisenhäuser werfen. Das passiert erschreckend ehrlich und unverblümt - und genau das ist auch der Rest der Serie - eben unverblühmt und ehrlich. Wer auf harte Action, Explosionen und intrigen Steht, ist hier falsch.

Das benötigte Adrenalin für den allabendlichen Kick bekommen wir aber durch die immer wiederkehrenden Probleme, Möglichkeiten, Chancen die sich im Laufe der Karriere unserer Protagonistin ergeben.

Adoption, Schach, Alkohol und eine bestimmte Sorte Beruhigungspillen sollen nur einige der Probleme, aber auch Chancen des jungen Wunderkindes sein.

Abschließend lässt sich sagen: Wer sich durch diese Serie erhofft ebenfalls die Wunderkind-Ader in sich zu treffen und danach perfekt Schach spielen zu können, sollte das noch einmal überdenken. Ihr wolltet schon lange mal wieder ein Tief- und Höhenflug auf einmal erleben, lachen und innerlich heulen mit Gänsehaut dabei? Dann widmet euch der knapp 8-stündigen Serie auf Netflix.

Spannung:  4/5

Story:          5/5

Besetzung: 5/5

Euer Tim

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