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Nora Löhr

Nora weiß immer, was grade in Koblenz und der Region so los ist.

Ein Jahr mit Corona.

Ein Jahr mit Corona.

Eben habe ich eine Erinnerung „vor einem Jahr“ von Facebook angezeigt bekommen. Mal abgesehen davon, dass das Wetter letztes Jahr ziemlich sonnig war und nicht so verschneit wie momentan, hat sich auch sonst ziemlich viel verändert. Zumindest in meinem Leben.


Die Erinnerung zeigt ein Foto auf dem ich grade wieder einmal Mundmasken genäht habe. Letztes Jahr gab es nämlich schlichtweg nirgendswo Masken zu kaufen, obwohl man nur damit an einem halbwegs normalen Leben teilnehmen konnte. Da ich noch Resturlaub hatte und ganz gut an der Nähmaschine bin, bestand mein Urlaub aus der Verarbeitung von Stoff und Gummilitze. Insgesamt 200 Stück sind es bis zum Ende des Urlaubs geworden. In dieser Zeit war ich dann auch mal kurz systemrelevant!


Aber was ist noch so passiert in diesem Jahr? Einiges! Ich habe zum Beispiel viel gelernt über Freundschaft. Denn leider merkt man in so einer Ausnahmezeit auch erst mal, wer wirklich dieses Prädikat „Freundschaft“ verdient hat. Einige sind da leider auf der Strecke geblieben. Die Pandemie ist eh wie ein großes Ausmisten. Neben vermeintlichen Freundschaften habe ich auch Unmengen an Klamotten und unnützen Dingen aussortiert. Irgendwie war das alles sehr befreiend.


Mein Netflix-Account hat sich auf jeden Fall über die Maße bezahlt gemacht. Was soll man auch machen, wenn alle Veranstaltungen abgesagt und mögliche Aktivitäten auf ein Minimum reduziert sind. Ok, was glaube alle für sich entdeckt haben: Spazieren gehen! Die einzige Möglichkeit soziale Kontakte zu halten. Ich will gar nicht wissen, wie viele Kilometer ich in diesem eine Jahr mit Freunden am Rhein oder im Stadtwald abgelaufen bin.


Und noch etwas hat sich bezahlt gemacht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Der Verzicht auf so viele Dinge macht sich stark im Geldbeutel bemerkbar. Und das hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich werde wohl auch in Zukunft unnötige Spontankäufe vermeiden und versuchen noch weniger materiellen Besitz anzuhäufen.  Das macht auf Dauer doch einfach nicht glücklich. Denn das was ich als Quintesszens aus dem ganzen Verzichtsjahr gezogen habe ist, das Einzige was wirklich zählt ist Familie, wahre Freunde, eine stabile Partnerschaft (die ich übrigens auch während der Pandemiezeit gefunden habe-es ist also nicht unmöglich!!)und gutes Essen.


Wenn ich das alles noch mal so lese, bin ich bei all dem Verzicht und den Einschränkungen auch ein bisschen dankbar für die Pandemiezeit, denn sie hat mich glaube ich nachhaltig wirklich positiv verändert! #DankeCorona

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