Tief im Westen, in Bochum, gibt es nicht nur einen aus der ersten Liga abgestiegen Fußballverein oder den guten alte Herbert Grönemeyer. Die Stadt hat noch einen anderen berühmten Sohn: Axel Rudi Pell.

von Friedrich W. Dittmann

Der Osterhase steht quasi vor der Tür und dem einen oder anderen fällt ein, dass ein kleines Geschenk fällig ist. Gute Tipps sind die Spezialität von Willy, meinem Kater, und mir. Diesmal ist es das gerade erschienene Album Ghost Town von Axel Rudi Pell.

> Nicht, dass du mir bei dem Schietwetter ein Album im nassen Garten versteckst. Ich suche nicht im Regen < mault der Kater.

> Wer sagt denn, dass du ein Geschenk bekommst, warte erst einmal ab <

Axel Rudi Pell ist ein schmaler Mann mit dünnen blonden Haaren, so ungefähr wie Johnny Winter. Sein Gitarrenstyle ist sehr ruhig und diszipliniert, aber mit viel Gefühl. Sein großes Idol ist Ritchie Blackmore (Deep Purple und Rainbow), bemerkbar in jedem seiner Songs.

Die Band wurde 1989 gegründet, nachdem Axel es zunächst mit Steeler probierte. Die ersten Jahre mit ewig wechselnden Besetzungen sind uninteressant. 1998 wurde die Band wachgeküsst, als der amerikanische Sänger Johnny Gioeli dazu kam, ein Mann mit einem großartigen Organ mit sehr viel Sentiment. Danach ging die Post ab. Seit dieser Zeit spielt die Band in der Besetzung Johnny Gioeli (Vocals), Axel Rudi Pell (Gitarre), Ferdy Doernberg (Keyboard), Volker Krawczak (Bass) und Bobby Rondinelli (Drums).

Wenn man ARP näher kennenlernen möchte, empfehlen Kater und Kolumnist den kompletten Auftritt beim Rock Hard Festival 2018 auf YouTube. Dabei insbesondere den Song Masquerade Ball, Hammer! Die Rollen sind klar verteilt: Johnny Goeli ist die Rampensau und Axel Rudi ist der Ruhepol mit geringer Bewegung.

ARP haben eine große Anzahl an Alben veröffentlicht, die in der Regel auch sehr gute Chartplatzierungen erreichten. Die Alben kommen in der Regel alle 2 Jahre. Ghost Town ist die Nummer 21 der regulären Studioalben.

Das Album fällt dadurch auf, dass kein einziger schwacher Song darauf ist. Es gibt nichts Überraschendes, was aber bei ARP eher normal ist.

Nach dem üblichen Instrumentalteil (The Regicide) geht es über „Guillotine Walk“ zu einen kleine Überraschung: Bei „Breaking Seals“ singt German Rocklegende Udo Dirkschneider mit und streut mit seiner Stimme eine Tüte Reißnägel aus. Klasse!

Höhepunkte des Albums sind „The Enemy within“„Sanity“ und „Towards the Stone”. Beim letztgenannten Titel handelt es sich um die Ballade, bei der Johnny seine Vorliebe für Drama voll austoben kann.