Boston ist nicht nur Stadt in USA, sondern auch eine erfolgreiche Band aus den 70ern, mit dem Supersong „More than a feeling“.

von Friedrich W. Dittmann

Früh am Morgen. Willy, mein Kater, war, was selten genug vorkommt, vor mir aufgestanden. Statt das Frühstück zu machen- das lässt er lieber mich machen-, wühlte er in meiner Langspielsammlung herum und fingert mit seinen dicken Pfoten das Album „Boston“ von Boston aus 1976 heraus. Lautstärkeregler sind ihm gänzlich unbekannt.
Als er mich schließlich mittels Lautsprecherboxen geweckt hatte, frage ich ihn -zugegebenermaßen - gemein:

> Na Kater, wo warst du am 25. August 1976? <
> Blödmann, was kann ich dafür, dass mein Erzeuger sich solange Zeit gelassen hat und ich noch nicht einmal geplant war. Gib nicht so an, alter Mann. Bei deinem Gedächtnis wirst du nicht die geringste Ahnung haben, wo du warst <
> Doch weiß ich das. Das war ein Tag nach dem Geburtstag unserer Königin und an dem Tag kam eine der schönsten Balladen ever heraus, die noch heute häufig gespielt wird: „More than a feeling“ von Boston <

Gut, Boston ist zunächst eine Stadt in Massachusetts. Die demokratische Stadt, in die Donald Trump mit seiner Armee einmarschieren wollte, um imaginiere Aufstände nieder zu schlagen. Gleichzeitig ist sie Namensgeberin einer der erfolgreichsten Bands in den 70ern. Boston ist die Band von Mastermind Tom Scholz, der sie noch heute mit wechselnder Besetzung anführt. Selbst eine Knieschiene, die er seit einer Dauerbeeinträchtigung tragen muss, bremst ihn nicht aus. Aktuelle Livemitschnitte gibt es auf YouTube.

1969 schloss er sich in der Band Freehold, später Mother’s Milk, mit dem Gitarristen Barry Goudteau, dem Sänger Brad Delp und dem Drummer Jim Masdea zusammen. Daraus entstand Boston. Das Debutalbum mit dem originellen Namen „Boston“ erschien im besagten August 1976. Es ist bis heute – immerhin fast 50 Jahre - in den USA das erfolgreichste Debütalbum einer Musikgruppe mit über 17 Millionen verkauften Exemplaren und 17 x Platin. 

„More than a feeling“ ist der erste Track auf der Scheibe. Schon das sanfte Intro mit D. Dsus4, C; G nimmt einen sofort für den Song ein. Der Chorus steht dem in nichts nach. Der Text beinhaltet eine liebevolle Erinnerung an eine verlorene Liebe. Scholz spricht von einer bittersüßen Ballade.

Das Intro des Songs inspirierte , laut Kurt Cobain, diesen Jahre später zu „Smells like teen spirit“, worauf Tom Scholz ziemlich stolz ist