Ein Mann wie David Bowie sollte nicht sterben, schon gar nicht mit 69 Jahren. Er hat es trotzdem getan. Willy, mein Kater, und ich sitzen jedes Jahr am 10. Januar bedröppelt mit Kerze am Frühstückstisch. Ich davor auf dem Stuhl. Der Kater in alter Gewohnheit auf dem Tisch.
Eigentlich sind wir auch ziemlich sauer auf den Mann. Wir fühlen uns im Stich gelassen. Warum muss ausgerechnet David den blöden Leberkrebs (Fuck Cancer) bekommen. Willy meint, es hätten doch auch andere Menschen treffen können, z.B. die bei jeder Schneeflocke Salz streuen und ihm die Pfoten verbrennen.
Ich erinnere mich noch genau an den 10. Januar 2016. Ein grauer kalter Tag, und ich war auf dem Weg zur Arbeit. Das Radio war an. Die Nachrichten liefen, als eine Stimme verkündete, dass David Bowie gestorben sei.
Er hatte seine Krankheit überall verschwiegen, sodass einen buchstäblich der Schlag traf. Wie das? Bowie war all die Jahre immer da und unglaublich wichtig.
Noch vor zwei Tagen, am 12. Januar, hatte er ein neues Album „Blackstar“ veröffentlicht. Ein absolutes Meisterwerk, aber gleichzeitig auch wie ein Vermächtnis. Der unglaubliche Song Lazarus:
> Look up here, I′m in Heaven. I've got scars that can′t be seen. I've got drama, can't be stolen. Everybody knows me now <
Wenn man seine Lauscher ausnahmsweise mal nicht auf Durchzug gestellt hätte, wären die eindeutigen Hinweise nicht an einem vorüber gegangen. Das Thema Tod zieht sich durch das komplette Album.
Nun gut, von Bowie war man steten Wandel um vielerlei Kryptisches gewöhnt. Das fing schon 1969 mit Space Oddity an:
> This is Major Tom to Ground Control. I'm stepping through the door and I'm floating in a most peculiar way. And the stars look very different today <
Schon damals erzählte er von einem Mann, der sich im Weltall aus seinem Raumschiff heraus für immer verabschiedete.
Apropos Space Oddity: Im November äußerte sich auch Frank Schätzing, Autor u.A. von „Der Schwarm“ umfassend zu David. In seinem neuen Buch „Spaceboy“. Sein Verlag dazu:
> Denn ein Leben lang hat dieser Jahrhundertkünstler Frank Schätzings eigenen Lebensweg begleitet, bereichert und immer wieder auf eigenartige Weise gespiegelt und durchquert. David Bowie, dieses sich selbst ständig neu erfindende Gesamtkunstwerk aus Sänger, Songwriter, Tänzer, Schauspieler, Regisseur und Geschichtenerzähler, wurde für Frank Schätzing zur Inspirationsquelle seines eigenen Wegs als Kreativer >
Seiner Wahrnehmung > Da draußen war ein Seelenverwandter < können wir uns ohne jeden Zweifel anschließen.
