Eine Band aus München, die bedauerlicher Weise weitgehend unter dem Radar fliegt: Die Emil Bulls.

von Friedrich W. Dittmann

Im Grunde ist Willy, mein Kater, ein guter Kerl, mit einer feinen Seele.

> Schleim nicht rum, alter Mann <

> Ist schon gut, Mieze <

Jedenfalls hat er ein Herz für Bands, die unter dem Radar fliegen. Auf diese Weise kamen wir an die Emil Bulls, auf die er gelegentlich aufmerksam machte.

Kennengelernt haben wir die Vögel beim Summer Breeze am 19. August 2022. Die Band gehört zu jenen, die bei den großen Festivals bei hellem Tageslicht spielen müssen und wie beim Summer Breeze im strömenden Regen. Trotzdem war es ein Genuss.

Wir hatten viel Spaß als wir hörten, dass der Sänger Christoph „Christ“ von Freydorf ein ehemaliger Klosterschüler ist. Er sieht etwas aus wie ein unehelicher Sohn vom Sänger der Simple Minds, Jim Kerr. Die Gitarren bedienen Stephan Karl „Moik“ und Andy „Bocko“ Bock. Am Bass ist Pascal „Passy Theisen und an den Drums Fabian Füß. Den seltsamen Namen haben sie aus einem Kinderfilm adoptiert. Sie kommen daher wie eine Schülerband, haben es aber voll drauf.

Sie zeichnen sich durch harte Gitarrenriffs aus und bewegen sich zwischen Rock, Metal und Alternative Metal. Zwischen Gitarrengewitter kommen oft ruhige Gesangspassagen, obwohl von Freydorf auch gerne mal growlt.

Der Set fängt musikalisch ansprechend mit „The Ninth Wave“, „The Age of Revolution“ und “Euphoria” an. Erstmals große Augen gemacht haben wir bei dem tollen „Not tonight Josephine“. Richtig aus dem Sattel gegangen sind wir bei „Hearteater“. Der Song hat uns total geflasht. Willy war so begeistert, dass ich Mühe hatte, ihn daran zu hindern, sich in die Wall of Death einzureihen. Es wäre sein Ende gewesen.

Wie gesagt, ein großartiger Song über eine katastrophale Beziehung:

> Gotta suck this poison out of my veins. The monster has got to be enchained. Contain the beast with reason's flame. A Hearteater cannot be tamed. Every ending is a new beginning. Please allow me to invite you to leave. Some memories are best forgotten. Now I'm gonna erase <

Dazu ein großartiger Drive.

Weiter geht’s:

> This is the End of the Road. Welcome to the edge of the World < Ein weiterer Ohrwurm mit dem Titel “The Jaws of Oblivion” erklingt.

Mit “When God was Sleeping” und “Worlds apart” geht der Set lautstark und stimmungsvoll seinem Ende entgegen.

Es lohnt sich auf alle Fälle, sich die Combo näher anzusehen und anzuhören u.A.: der Auftritt beim Summer Breeze auf YouTube.