Mein Jüngster wird sechs – und während ich Kuchen backe und Luftballons aufpuste, wird mir bewusst, wie schnell die Zeit vergeht. Zwischen Tränen, Lachen und losgelassener Perfektion liegt so viel Liebe.Über Geburtstage, Erinnerungen und das Wachsen unserer Kinder – darüber erzähle ich in meiner neuen Kolumne.

Mendig | von Daniela Raben

Wenn aus Küken kleine Adler werden

Über Geburtstage, das Vergehen der Zeit und warum Liebe sich im Detail zeigt

Morgen wird mein jüngster Sohn sechs Jahre alt. Sechs! Ich kann es selbst kaum glauben. Gerade noch habe ich dieses kleine, weiche Bündel im Arm gehalten, das kaum in die Welt hineinpassen wollte – und heute plant er mit leuchtenden Augen seine Geburtstagsparty.
Kaum zu fassen, wie schnell die Jahre verfliegen, wenn man Kinder hat. Und wie sehr sie einem zeigen, dass das Leben aus lauter flüchtigen Momenten besteht, die man erst später wirklich begreift.


Zwischen Backchaos und Geschenkpapier

Es ist immer dasselbe Ritual: Ich nehme mir vor, diesmal alles frühzeitig vorzubereiten. Und dann stehe ich doch wieder am Vorabend in der Küche, während der Kuchen im Ofen backt, ich mit der Ballonpumpe kämpfe und mich frage, warum ich mir das jedes Jahr aufs Neue antue.
Doch dann sehe ich sein Gesicht – dieses Strahlen, das den Raum heller macht als jede Kerze. Und plötzlich weiß ich wieder, warum.
Weil Liebe sich im Detail zeigt. In der Deko, im Kuchen mit den Lieblingsfarben, in der Mühe, die keiner sieht. Und weil diese Stunden zu Erinnerungen werden, die bleiben.


Mehr als nur ein Geburtstag

Vielleicht haben die Älteren recht, wenn sie sagen, dass wir heutigen Eltern übertreiben. Dass es früher auch ohne Motto, Goodie-Bags und XXL-Torten ging.
Aber wir wollen unseren Kindern geben, was uns selbst manchmal gefehlt hat. Nähe. Aufmerksamkeit. Dieses Gefühl, dass sie wichtig sind – genau so, wie sie sind.
Ich erinnere mich kaum an meine eigenen Geburtstage. Aber ich erinnere mich daran, wie ich mir gewünscht habe, dass jemand mit mir feiert, als wäre es etwas ganz Besonderes. Vielleicht ist das der Grund, warum ich es heute tue.

Nicht, weil alles perfekt sein muss. Sondern weil ich will, dass meine Kinder spüren: Sie sind ein Geschenk. Jeden Tag.


Wo ist nur die Zeit geblieben?

Wenn ich zurückblicke, sehe ich all die Geburtstage meiner drei Jungs wie in einem Film vorbeiziehen. Kuchenkrümel, Luftballons, Lachen, kleine Hände, die größer wurden.
Mein Ältester wird in ein paar Tagen 22. Der Jüngste gerade sechs. Und dazwischen liegt ein ganzes Leben – meins und ihres.
Ich staune, wie sich aus kleinen Küken mit der Zeit große Adler entwickeln, die Schritt für Schritt flügge werden. Und auch wenn der Gedanke manchmal schmerzt, erfüllt er mich vor allem mit Stolz.

Denn sie tragen in sich, was wir ihnen mitgegeben haben: Liebe, Vertrauen und die Erinnerung an Geburtstage voller Lichter, Lachen und Geborgenheit.

Vielleicht ist genau das das Geheimnis des Lebens – dass die schönsten Momente nicht perfekt sind, sondern echt. Voller Krümel, Lachen, Umarmungen und dem Wissen: Diese Tage kommen nie zurück, also haltet sie fest – mitten im Trubel.

Eure Dani