Nach dem Album „Kinship“ sind IOTUNN aus Dänemark längstens in der Welt der besten Metalbands angekommen. Jetzt ein neues Livealbum.

von Friedrich W. Dittmann von Caren Thoma

Willy, mein Kater, und ich sind keine Freunde des Winters. Der Kater leidet unter der blöden Silvesterknallerei, kann nicht in den Garten, um Vögel zu beobachten und hat ständig Streusalz an den Pfoten. Mir ist es auch zu kalt und ich habe Probleme, auf vereisten Wegen zu gehen.

Anfang Januar stellte der Kater seinen täglichen Spruch „Fuck Winter“ kurzeitig zurück, weil er eine formidable Entdeckung machte: Das erste Livealbum von IOTUNN.

In Dezember 2024 hatten mein Kater und ich das Album „Kinship“ von IOTUNN zum Album des Jahres erkoren. An der Einschätzung hat sich kein Jota geändert. Wir sind sogar bereit, vorherzusagen, dass es das Album des Jahrzehnts ist.

Jetzt am 09. Januar der nächste Hammer: Das Live-Album „Waves over Copenhell“.

Wir stehen nicht allein mit unserer Meinung. Die Fachpresse ist überschwänglich. U.A. in der Zephyr’s Odem: > Manchmal reicht ein einziger Live-Mitschnitt, um eine Band endgültig vom „Geheimtipp“-Regal in die Kategorie „Warum zur Hölle spielen die nicht längst vor allen?“ zu katapultieren < Absolut korrekt.

> Dies ist mehr als ein Live-Album – es ist ein Denkmal für eine Band in ihrem wahren Element: roh, majestätisch und unvergesslich < kommentiert Metal Prog. Auch korrekt.

Was für eine Geschichte. Von den Faröern Inseln, halb so groß wie das Saarland, knapp 54.000 Bewohnern, kommt der beste Metalsänger der Welt: Jón Aldará, Der Mann kann Klargesang wie eine Nachtigall mit wunderbarer Höhe und Intensität. Genauso gut kann er growlen wie ein Grizzlybär, den man beim Winterschlaf gestört hat. Sein besonderes Merkmal ist der Butzemannmantel, den er auf der Bühne trägt. Extrem lang und die Kapuze über den Kopf gezogen. Zusätzlich eine riesige Taschenlampe.

> Wenn Donald Trump ihn kennen würde, wären die Faröer genauso gefährdet, wie Grönland < meint Willy lakonisch.

Neben Jón Aldará spielt das kongeniale Gitarristenbrüderpaar Duo Jesper und Jens-Nikolai Gräs. Dazu Björn Wind Andersen an den Drums und Eskil Rask am Bass.

Der Auftritt umfasst 5 wunderbare Songs, in der Summe etwas mehr als 50 Minuten. Veröffentlicht zur Zeit nur als Streaming oder bunte Vinyl.

Den Anfang macht „Waves Below“ aus dem Album Access all Worlds. Es werden keine Gefangenen gemacht. Über 11 Minuten volle Power. Der Gesang majestätisch, die Gitarren wild und voller Vielfalt. „Access All Worlds” steht dem nur wenig nach. Über “The Tower if Cosmic Nihility“ geht es zum Höhepunkt „Mistland“ -gigantisch und einfach nur schön- über. Zum Schluss „Voyage of The Garganey I.

Begleitet wird der mystische Auftritt von einer großartigen Lasershow. Es sei jedem ans Herz gelegt, sich schon veröffentliche Videos auf YouTube anzusehen und anzuhören.