Wenn die bunten Fahrgeschäfte den Himmel über Mayen erhellen, werde ich wieder zum Kind. Der Lukasmarkt war für mich schon immer mehr als ein Volksfest – er ist ein Stück Kindheit, ein Gefühl von Freiheit und Geborgenheit zugleich. Heute erlebe ich ihn durch die Augen meiner Söhne – und spüre dabei, dass manche Erinnerungen ewig leuchten.

Mendig/Mayen | von Daniela Raben

Ein Duft, der zurückführt

Es gibt Feste, die duftend durch deine Kindheit ziehen – und jedes Jahr, wenn sie wiederkehren, öffnen sie eine kleine Tür im Herzen. Für mich ist das der Lukasmarkt in Mayen.

Ich bin mit ihm groß geworden. Schon Wochen vorher war die Aufregung riesig: der Duft von gebrannten Mandeln, Zuckerwatte und Bratwurst lag förmlich in der Luft, noch bevor der Markt überhaupt begann. Ich erinnere mich an das Kribbeln im Bauch, wenn ich an der Hand meiner Eltern durch das bunte Lichtermeer ging, an das erste Mal Lose ziehen – und dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn ich einen kleinen, glänzenden Plastikring gewonnen hatte.

Nächte, die grenzenlos schienen

Und wenn ich abends mit meinen Eltern noch bleiben durfte, wenn die bunten Lichter der Fahrgeschäfte im Dunkeln leuchteten, fühlte sich das Leben grenzenlos an.

Teenagerfreiheit am Autoscooter

Später dann, als Teenager, war der Lukasmarkt der Ort, an dem Freiheit zum ersten Mal greifbar war: das erste Mal ohne Eltern, mit Freundinnen am Autoscooter, Musik in den Ohren, Schmetterlinge im Bauch.

Heute als Mutter

Heute gehe ich als Mama mit meinen Jungs auf den Lukasmarkt. Meistens nur ein Mal, weil ich möchte, dass es etwas Besonderes bleibt. Ich wünsche mir, dass auch sie irgendwann zurückblicken und sagen: „Weißt du noch, damals beim Lukasmarkt?“

Wenn die Freude an Preisfragen hängt

Natürlich sehe ich das Fest heute mit anderen Augen. Alles ist teurer geworden, viele Familien müssen sparen, um sich einen Tag voller Lichter und Freude leisten zu können. Und trotzdem – oder gerade deswegen – ist es so wichtig, gemeinsam loszuziehen, zu lachen, Karussell zu fahren, Pommes zu essen und einfach für ein paar Stunden das Leben zu feiern.

Fortschritt und Nostalgie

Schön finde ich, dass sich auch der Lukasmarkt weiterentwickelt hat. Dass es kein Ponyreiten mehr gibt, weil die Tiere darunter litten. Und dass alle fünf Jahre ein Stück Nostalgie zurückkehrt – mit dem historischen Jahrmarkt, wo alles noch ein bisschen langsamer, echter und ursprünglicher wirkt. Dieses Jahr ist es wieder so weit, und ich freue mich darauf wie früher.

Erinnerungen, die bleiben

Ich wünsche jedem, der den Lukasmarkt besucht, dass er mit einem kleinen Stück Erinnerung nach Hause geht – mit Zuckerwatte an den Fingern, einem Lächeln im Gesicht und diesem Gefühl, dass das Leben manchmal einfach süß sein darf.

Eure Dani