Wer Gothic Musik und Elektro Pop zu schätzen weiß, kennt einen ganz genau: Peter Heppner

von Friedrich W. Dittmann

Willy, mein Kater, und ich sitzen zur Zeit gerne am Fenster und warten auf den Frühling. Wir haben die kalte Jahreszeit satt. Gefühlt ist es hier seit Oktober am Nieseln.

Die Tage haben wir allerdings Wildgänse am Himmel im Formationsflug schreiend über unser Haus fliegen gesehen. Wildgänse lügen nicht und sind auch nicht doof. Sie kommen, wenn der Frühling naht aus ihrem Asyl im Süden. Also besteht Hoffnung.

Weil ich genau weiß, dass wir beide einen gemeinsamen Lieblingssänger in der Gothic und Synthi-Pop-Szene haben, versuche ich mich mit dem geschätzten Peter Heppner als Stimmungsaufheller. Die meisten kennen ihn aus dem Duo mit Joachim Witt. Zusammen haben sie „Die Flut“ intoniert.

Wir wollen aber das Duett mit der fantastischen Sotiria, formerly known as Sängerin von Eisblume, hören. Den Song „Weiß wie Schnee“ aus 2025. Sotiria singt die erste Strophe, bevor Peter mit seinem leicht melancholischen Gesangsstil den Song veredelt:

> Mit dir würde ich jederzeit fortgeh'n. Was auch immer du sagst, ich vertrau dir blind und wie oft sich die Zeiger im Kreis dreh'n, so bleiben wir doch, was wir immer schon sind. Solang ich lebe, bleibe ich bei dir. Solang sich diese Erde noch dreht <

Peter Heppner ist ein Kerl, dem man jedes Wort, das er singt, glaubt.

Wir mögen ihn seit er 1987 gemeinsam mit Markus Reinhardt Wolfsheim gründete. Unvergessen das Wochenende beim Mera Luna Festival 2004 in Hildesheim. Die Sonne ging langsam am Horizont unter und auf der Bühne erschienen zwei Männer. Markus Reinhardt nahm hinter PC und Keyboard Platz. Peter Heppner setzte sich ebenfalls bequem auf einen Stuhl, vor sich Blätter mit seiner Textsammlung. Die beiden schufen eine unglaublich schöne Atmosphäre. Unglaublich entspannt. Der Klangteppich untermalte die Abendstimmung in besonderer Weise.

Ein Jahr hatte Wolfsheim das Album Casting Shadows veröffentlicht. Darauf das Megastück „Kein Weg zurück“

> Die Welt ist bunt und schön. Bis du irgendwann begreifst, dass nicht jeder Abschied heißt, es gibt auch ein Wiederseh'n. Immer vorwärts, Schritt um Schritt, es geht kein Weg zurück. Was jetzt ist, wird nie mehr ungescheh'n. Die Zeit läuft uns davon. Was getan ist, ist getan. Was jetzt ist, wird nie mehr so gescheh'n. Es geht kein Weg zurück. Ein Wort zu viel im Zorn gesagt. 'N Schritt zu weit nach vorn gewagt, schon ist es vorbei. Was auch immer jetzt getan. Was ich gesagt hab, ist gesagt. Was wie ewig schien, ist schon Vergangenheit <

Schon das Intro auf dem Synthi zieht einen in den Bann. An dem Abend war es besonders schön.

Nichts hat sich an der Begeisterung bis heute geändert.

Gute Neuigkeiten für alle Fans von Peter Heppner: Für 2026 ist ein neues Album angekündigt.