> Willy, Chérie, Kater meines Herzens, glaubst du an Wiedergeburt? <
> Nö, brauche ich auch nicht, ich habe ja 9 Leben und bei meinem Lifestyle reichen die noch lange. Da kommst du trotz deinem täglichen Training und Joghurt mit Nussmischung nicht mit <
> Glaubst du, wie die Buddhisten an die Wiederkehr als jemand anderes. Bei meiner Wiederkehr will ich eine Katze sein, den ganzen Tag nur schlafen, fressen und du weißt schon <
> Und einen nervigen alten Mann mit seinen Macken aushalten < meint er grinsend.
> Ich dich auch, Mieze <
Zugegeben, das Gespräch fand schon 2023 statt, nachdem wir zum Rock Hard Festival ins Amphitheater Gelsenkirchen gefahren waren. Unterwegs in Höhe Wuppertal hatte Willy wegen einem Übermaß an Chips noch schnell ins Auto gekotzt.
Es war Samstag der 27. Mai und um 17 Uhr erlebten wir die Wiedergeburt. Auf der Bühne saß der gute alte Brian Downey, seines Zeichens Schlagzeuger in der Urbesetzung von Thin Lizzy aus 1969. Er war inzwischen 74 Jahre alt, kaum ein graues Haar, dafür eine Fast- Glatze. Vor ihm 3 Jungspunde, verkleidet als Eric Bell, Brian Robertson und natürlich Phil Lynott. Wir waren entzückt. Phil Lynott, unser undisputed Gott als Bassist/Sänger/Songwriter. Phil Lynott“ im richtigen Leben“ Matt Wilson hatte sich extra den Afrolook zugelegt und die gleiche Lederjacke. Sogar den abgewetzten Fender Bass.
Wir wollten den jungen Mann in keinem Fall in seinen Gefühlen verletzten. Es gab und gibt keinen Sterblichen, der jemals so schön nuschelig singen kann wie Phil Lynott. Wir haben ihn geliebt, aber leider weilt er seit 1986 nicht mehr unter uns. Wie es sich für große Rockstars gehört, verabschiedete er sich jungen Jahren.
Matt Wilson hat es aber trotzdem sehr gut gemacht. Dem Kater ist sofort aufgefallen, dass Matt auf ein Detail nicht aufgepasst hat. Phil hat das Mikro immer leicht nach unten gestellt hat uns mit etwas gesenktem Blick gesungen hat. Matt hatte es gerade gestellt.
Wir schlossen die Augen und hörten zu. „Tonight there's gonna be a jailbreak”, “The Boys are back in Town”, “I am just a cowboy, lonesome on the Trail” und natürlich unseren Lieblingssong von Thin Lizzy “Emerald”. Alles, sogar das wunderbare „Black Rose“. Es war wie früher, als sei die Zeit stehen geblieben.
Die Knappen spielten das ganze Livealbum „Live and Dangerous“. Insofern wunderten wir uns auch nicht, dass die Kombo unter dem Namen Brian Downey’s Alive And Dangerous firmierte.
Das Ganze kann und sollte man sich auf YouTube ansehen. Wir machen das jedes Jahr am 04. Januar, dem Todestag unseres Helden.
