Präsident des Fußballverbandes Rheinland: Walter Desch.

Desch: „Ich freue mich über diese Entwicklung“

Am vergangenen Mittwoch haben die Bundesregierung sowie die Regierungschefinnen und -chefs der Länder eine schrittweise Lockerung des Lockdowns in der Covid-19-Pandemie verkündet. Daraus ergeben sich unter anderem Neuregelungen für die Wiederaufnahme des Amateursports und damit auch des Amateurfußballs. Walter Desch, Präsident des Fußballverbandes Rheinland, bezieht Stellung zu den neuen Entwicklungen.
Herr Desch, wie bewerten Sie im Hinblick auf den Amateurfußball die Lockerungen, die zum kommenden Montag in Kraft treten werden?
Desch: Ich bewerte sie sehr positiv und freue mich darüber. Wir haben in einem intensiven Austausch mit der Politik darauf hingewirkt, dass entsprechende Lockerungen möglich gemacht werden. Keiner weiß, wie sich die Situation entwickelt. Aber ich glaube nicht, dass der Fußball die Pandemie befeuert, dazu gibt es ja auch entsprechende Erhebungen. Insofern sind wir weiterhin abhängig von den Fallzahlen, ohne sie weder in die eine noch in die andere Richtung unmittelbar beeinflussen zu können. Aber ich halte es für eine sinnvolle und sachgerechte Entscheidung, den Menschen die Rückkehr auf die Sportplätze zu ermöglichen. Ich freue mich über diese Entwicklung – und hoffe, dass wir keinen Rückschritt mehr hinnehmen müssen.
Zusammengefasst: Was ist ab dem kommenden Montag, 8. März, im Rheinland erlaubt?
Desch: Erlaubt ist kontaktfreies Training in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen plus Trainer oder Trainerin unter Einhaltung des Mindestabstands. Das ist die Kernaussage und gilt für Personen ab 15 Jahren. Es ist daher auch möglich, auf einem Sportplatz zwei Gruppen zu beschäftigen – das Entscheidende ist, dass es zwischen den beiden Gruppen klare Trennungen gibt. Man kann unter diesen Voraussetzungen auch als Fußballer jede Menge Inhalte trainieren, ohne dass es zum Kontakt kommt: Kondition, Kraft, Torschüsse, Sprints, Passspiel, alles im erforderlichen Abstand, der unbedingt eingehalten werden muss. Sofern die Inzidenzzahl im Kreis unter 100 ist, werden im Sport landesweit keine Unterscheidungen gemacht, was dort erlaubt ist. Ist die Zahl über 100, ist Sport nicht erlaubt – derzeit ist das im Kreis Altenkirchen der Fall. Ganz wichtig ist daher: Wir müssen die Hygienebestimmungen einhalten! Die große Unbekannte sind indes die Kommunen, die letztlich über die Nutzung der Sportplätze entscheiden.
Wie wichtig war dieser Schritt insbesondere für die Kinder und Jugendlichen?
Desch: Dass nun bis zu 20 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren Sport treiben dürfen, finde ich sehr gut. Es ist ganz wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen wieder raus können, dass sie wieder gegen den Ball treten können – gerade bei ihnen spielt auch der soziale Austausch eine große Rolle. Zuschauer sind zwar grundsätzlich verboten, aber Verwandte ersten und zweiten Grades dürfen als Aufsichtsperson beim Training dabei sein – immer unter dem Gesichtspunkt: Abstand halten! Sobald die Leute sich wieder in Gruppen aufhalten, ist das ganze Konstrukt gefährdet.
Was ist bezüglich der Rahmenbedingungen wie Duschen und Umkleiden zu beachten?
Desch: Duschen und Umkleideräume bleiben laut Landesverordnung geschlossen, das halte ich auch für zulässig und sinnvoll. Wir sprechen hier über Training, nicht über Wettkampf. Beim Vereinstraining kommen die Leute aus einer Region, sodass man ihnen zumuten kann, sich zu Hause umzuziehen und zu Hause zu duschen. Das ist sicherlich nicht angenehm, aber das ist machbar. Und: Wenn jemand unter diesen Bedingungen nicht trainieren möchte, muss er natürlich auch nicht – das alles sind lediglich Angebote.
Wann sehen Sie eine Möglichkeit für Training in Mannschaftsstärke, auch im Seniorenbereich?
Desch: Frühestens ab dem 22. März wird es Änderungen geben, vielleicht auch erst später. Wenn die Zahlen sich bis dahin nicht nach oben entwickeln, wären Wettkampf und wettkampfgerechtes Training frühestens ab diesem Zeitpunkt erlaubt. Dabei muss man allerdings beachten, dass in manchen Kreisen die Inzidenzzahl möglicherweise über 100 steigen könnte und Sport daher dort nicht möglich wäre. Offen ist zudem, ob das Land dabei bleibt, dass die landesweite Inzidenzzahl maßgeblich für die Lockerungen ist. Aber eines sage ich schon seit fast einem Jahr: Plant in diesen Zeiten nicht langfristig, sondern geht das Ganze Schritt für Schritt an – und das ist auch jetzt wieder so.

(Presseinfo des Fußballverbandes Rheinland)

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