90+1 Minute hilt Baboucarr Gayé sein Tor in Ulm sauber, dann schlug der SSV 1846 zu.

Späte Niederlage: FC Rot-Weiß verliert in Ulm

Ein paar wenige Momente haben dem FC Rot-Weiss Koblenz zu einer neuerlichen Überraschung in der Fußball-Regionalliga Südwest gefehlt. Das entscheidende Gegentor bei der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den SSV Ulm kassierte RWK in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

Trainer Heiner Backhaus schickte im Donaustadion genau das gleiche Personal ins Rennen, das schon beim 1:1 gegen die Kickers Offenbach vor einer Woche die Startelf gebildet hatte. Favoritenrolle für den SSV hin oder her, die Gäste begannen mutig, liefen früh an und störten die Spatzen aggressiv im Spielaufbau. „Bis zur 20. Minute konnten wir den Gegner weit weg vom Tor halten, dann ist das Spiel etwas gekippt", beobachtete Trainer Heiner Backhaus. Ulm begann den Ball besser laufen zu lassen und kam mit höherem Tempo ins Rollen. Daraus resultierten Möglichkeiten für Tobias Rühle, der nach einer Flanke von Cedric Guarino die Latte traf (17.), zweimal Nicolas Jahn, der jeweils an Baboucare Gayé scheiterte (20., 24.) und erneut Rühle, der knapp rechts das Tor verfehlte (35.).
Die Häufung an Möglichkeiten bot sich den Einheimischen im zweiten Durchgang nicht mehr in so geballter Form. Die aufopferungsvoll verteidigenden Koblenzer arbeiteten sich Stück für Stück dem Schlusspfiff entgegen. „Wir hatten gute Phasen in der zweiten Halbzeit", sagte Backhaus. Dass seine Elf sich dann doch mit leeren Händen auf den Heimweg machte, schmerzte. „Wenn man ein Spiel in der 93. Minute verliert, mit dem Aufwand den wir betrieben haben, das tut richtig weh, aber das gehört zum Fußball dazu", komentierte er die entscheidende Situation in der Nachspielzeit. Nicolas Jahn eroberte den Ball mit großem Einsatz an der Seitenlinie, Cedric Guarino flankte und der kurz zuvor eingewechselte Phil Harres gewann das Kopfballduell gegen Marko Stojanovic, der sich bei dier Aktion eine Platzwunde zuzog und nach langer Behandlung das Feld verlassen musste. Diese Situation schmerzte somit gleich doppelt.
„Wir wussten, dass das eine harte Nuss werden wird, weil Koblenz unheimlich stimmig ist und sehr gut eingestellt in jedem Spiel agiert. Das musste die Mannschaft schon letztes Jahr zu spüren bekommen. Wir sind natürlich unheimlich glücklich, dass wir drei Punkte haben, ich glaube insgesamt nicht unverdient, weil wir mehr vom Spiel hatten. In der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei gute Chancen. In diesen Szenen musst du gegen Koblenz zuschlagen, sonst wird es nicht gerade leichter. Es war ein Geduldsspiel, in dem wir wollten. Wir sind froh, dass wir von der Bank nochmal einen richtigen Schub bekommen haben.”

Ulm: Heimann - Maier, Reichert, Geyer - Stoll (85. Allgeier), Beck (85. Harres), Heußer, Jann (68. Rochelt), Guarino - Wähling (68. Benko), Rühle (90.+3 Heilig).
Koblenz: Gayé - Ekallé (90.+3 Atilgan), Spang, Weidenbach, Ghandour, Stojanovic (90.+3 Ceylan) - Bender (72. Buckesfeld), Maroudis, Fouley - Crosthwaite (72. Esmel), Fischer (46. Lemmer)
Schiedsrichter: Sascha Kief (Reilingen)
Zuschauer: 1935.
Tor: 1:0 Phil Harres (90.+2).

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