aktuell4u-Storys

 

Ausstellung:Maria Magdalena van Beethoven. Wahrheiten und Legenden

Foto©MRM


„Sie war mir eine so gute liebenswürdige Mutter, meine beste Freundin.“

Diese Worte aus einem Brief, den der junge Ludwig van Beethoven (1770-1827) wenige Monate nach dem Tod Maria Magdalena van Beethovens (1746 – 1787) im Sommer 1787 schrieb, lassen erkennen, wie sehr der Komponist seine Mutter verehrte und liebte.
Anlässlich ihres 275. Geburtstages am 19. Dezember 2021 widmet ihr das Mittelrhein-Museum eine eigene Ausstellung, die in ihrem Geburtshaus, dem heutigen Museum Mutter-Beethoven-Haus, gezeigt wird.

Laufzeit: 5.12.2021 – 20.3.2022

Zum Leben und zur Person Maria Magdalena van Beethovens, geb. Keverich, sind aus Akten, Archivalien und Aufzeichnungen ihrer Zeitgenossen zahlreiche, zum Teil sehr detaillierte Informationen überliefert. Sie rekonstruieren recht gut die Umstände, unter denen Beethovens Mutter in Ehrenbreitstein und Bonn lebte. Zudem vermitteln sie eine Vorstellung von ihrem Aussehen und Charakter, was für eine bürgerliche Frau der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich ist.
Allerdings existieren keine Objekte, die sich zweifelsfrei mit Maria Magdalena in Verbindung bringen lassen. Es haben sich weder persönliche Gegenstände aus ihrem Besitz erhalten, noch ist ein Portrait von ihr aus dem 18. Jahrhundert bekannt. Dies hatte zur Folge, dass von Beethoven-Verehrern in Koblenz und Bonn immer wieder versucht wurde, historische Alltagsgegenstände – vom Polstersessel bis zum Taufhäubchen – mit ihr und ihrer Familie in Verbindung zu bringen. Das Fehlen eines Portraits hat zudem schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dazu geführt, dass Maler, Graphiker und Buchillustratoren immer wieder Phantasie-Bildnisse der Mutter Beethovens schufen oder Genre-Darstellungen erfanden, die sie in ihrem Alltag oder mit ihren Kindern zeigen.

Die Ausstellung nimmt diese Situation zum Anlass, um gesicherte Fakten und phantasievolle Legenden einander gegenüber zu setzen und der Person Maria Magdalena van Beethoven anhand verschiedenster Exponate nachzuspüren.  So sind neben Archivalien auch Objekte zu sehen, die angeblich aus ihrem Besitz oder ihrem Hausrat stammen. Ein eigener Bereich widmet sich den bildlichen Darstellungen, die vom großformatigen Phantasieporträt bis hin zur Kinderbuch-Illustration und zum Manga-Bild reichen.
Gemeinsam mit Gegenständen aus dem Alltag des Bürgertums unter den Trierer Kurfürsten, die im Mutter-Beethoven-Haus dauerhaft zu sehen sind, bietet die Ausstellung den Besuchern des Museums die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen, in der Maria Magdalena van Beethoven lebte und ihr Sohn Ludwig seine Kindheit am Rhein verbrachte.