aktuell4u-Storys

 

Erste Ballett-Premiere der Spielzeit 2021/22 im Theater Koblenz :Steffen Fuchs’ „Carmen“ am 23. Oktober 2021

Foto©Arek Głębocki


Die Geschichte einer Frau, die selbstbestimmt ihre Freiheit liebt und lebt bis in den Tod –  diese erzählt Steffen Fuchs’ neuster Ballettabend am Theater Koblenz und stellt darin tänzerisch die unterschiedlichen Frauenbilder gegenüber und gegeneinander, um das Dogmatische, das ihnen anhaftet, zu hinterfragen und aufzubrechen.
 

Die ideale Frau

Ist sie sanft und zurückhaltend oder feurig und eigensinnig? Muss sie überhaupt entweder das eine oder das andere sein? Literatur, Oper und Tanz haben sich in den letzten Jahrhunderten oft der Antwort auf diese erste Frage gewidmet und die Stereotypen „femme fragile” und „femme fatale” geschaffen. Doch am Ende ist diesen Frauenfiguren trotz vermeintlichen Facettenreichtums eines gemeinsam: Sie alle entspringen der Fantasie ihrer männlichen Schöpfer. So zwar auch Steffen Fuchs’ Carmen, jedoch will sie weder dem einen noch dem anderen Stereotyp entsprechen: Sie will vor allem sie selbst sein – wenn überhaupt, ist also die zweite die Impulsfrage. Die hiesige Carmen ist temperamentvoll und emanzipiert, weiß, was sie will, trifft ihre eigenen Entscheidungen und lässt sich vom Irren und Wirren der Liebe treiben – aber um ihrer selbst Willen, Liebe und Wohl, ohne dabei zu manipulieren und selbst manipuliert zu werden.

Ballettabend mit schlichter Kulisse

So bringt dieser Ballettabend vor schlichter, schwarzer Kulisse diejenigen Energien auf die Bühne, die Liebesbeziehungen entfesseln: Anziehung, Leidenschaft und rasende Eifersucht finden ihren Ausdruck in markanten Bewegungen und im kräftigen Rot des Kostümbildes, und zwar immer vor der unbeugsamen Selbstbewusstheit, mit der Carmen an diesem Abend durch ihre Geschichte geht oder vielmehr tanzt. Zwischen mitreißenden Rhythmen von Lo Còr de la Plana und Melodien von Rodion Shchedrin und George Bizet entspannt sich so inmitten des hier stolz und lebenslustig auftretenden spanischen Volkes eine Liebesgeschichte von Mann und Frau, die sich auf Augenhöhe begegnen, am Ende jedoch an den festgefahrenen Vorstellungen von Liebe und Freiheit zerbrechen.

Pas de deux „Don Q“ leitet den besonderen Ballettabend ein

Sehr besonders an diesem Ballettabend von Steffen Fuchs – und das Motiv der Auseinandersetzung mit den beiden stereotypen Frauenbildern tragend – ist das den Abend einleitende Pas de deux „Don Q“. Diese bewegte Übersetzung von Don Quijotes Träumerei von seiner „femme fragile“ markiert nicht nur in der Idee, sondern auch tänzerisch und farblich den gewünschten Kontrast zur nachfolgenden „Carmen“.

Die Premiere von „Carmen“ ist am Samstag, den 23. Oktober 2021 um 19:30 Uhr im Großen Haus. Die nächsten Vorstellungstermine: 28.|31. Oktober und weitere im November, Dezember 2021 sowie im Januar 2022.  Karten sind an der Theaterkasse im Forum Confluentes oder online auf unserer Website und auf www.ticket-regional.de erhältlich.