Heute lassen wir den Mann hinter Mark Knopfler aus dem Schatten treten: alle Spotlights auf John Issley.
Letztens beim Frühstück hatte Willy, mein Kater, Lust auf Quiz. Mit seinen dicken Pfoten ließ er auf dem Tablet ein Musikvideo laufen und fragte vorwitzig:
Wer ist das, alter Mann?
Du hat wohl einen Clown gefrühstückt, Miezekatze. Erstens bin ich nicht alt und zweitens ist das natürlich Mark Knopfler, ehemals Gitarrist der Dire Straits.
Der Kater grinste so breit, dass seine Schnurrhaare bis hoch zu den Ohren reichten.
Du hast keine Ahnung, alter Mann. Das ist John Illsley.
Der Salontiger hatte mal wieder recht. Es war John Illsley. Zu meiner Ehrenrettung gab ich zu Protokoll:
Der Gitarrensound ist der gleiche und der Gesang nahezu auch.
Letzteres ist nicht ganz richtig: Illsley nuschelt zwar auch wie Knopfler beim Singen, aber sein Gesang ist deutlich besser. Deshalb hat er sich die Kolumne verdient.
Die ähnliche Musik verwundert nicht. Mark Knopfler gründete mit John Illsley 1977 die Dire Straits. Mit dabei Marks Bruder David an der Gitarre und Pick Withers an den Drums. Illsley spielte den Bass und Mark Knopflers wunderbarer Gitarrenstyle ist weltberühmt und viel besungen. Bis zur Auflösung 1990 entstanden eine Reihe legendärer Alben und ebenso legendäre Songs wie Brothers in Arms, Money for nothing, Sultans of Swing, Telegraph Road u.v.m.
1984 und 1988 kamen die ersten Soloalben von John Illsley heraus. Nach der Auflösung von Dire Straits waren es bis heute 6 weitere Alben. Weitere 3 Soloalben kamen dazu. Streets of heaven, Testing the Water, Long Shadows, Coming up for Air und VIII sind allesamt Must.Haves.
Für alle, denen die Musik von Issley unbekanntes Land ist, sei zum Einstieg ans Herz und Ohr gelegt, sich die Videos auf YouTube zu It’s a long way back, Only Time will tell, When God made Time, Streets of Heaven anzuhören.
Streets of heaven are paved with gold. I'm only saying what I've been told. It's up to you think it's true. As for me I don't have a clue. But there's one thing that I'm certain of. There is nothing will change my love
Wunderbare Musik, mit eindringlichem, berührendem Gesang.
Anfang der 2000er erkrankte John an chronischer Leukämie. Dank der Stammenzellenspende seiner Schwester in 2011 konnte er geheilt werden und Gottseidank neue Musik schaffen.
