04.10.2008 TUI Arena in Hannover. Wir waren angereist zum Konzert von Queen mit dem neuem Sänger Paul Rodgers.

von Friedrich W. Dittmann

Freddie Mercury war 1991 verstorben und Brian May und Roger Taylor hatten sich entschieden, mit einem neuen Sänger weiterzumachen. Bassist John Deacon hatte keine Lust mehr mitzumachen.

Als Ersatz für Freddie Mercury hatte man geschickt das totale Kontrastprogramm gewählt: Paul Rodgers.

Willy, mein Kater, und ich haben Paul Rodgers von je her auf der Liste unserer Top 10 Lieblingssänger. Free (Allright now) und Bad Company (Wishing Well) sind nur einige Beispiele seiner Gesangeskunst. Insofern für uns kein Ersatzmann. Er singt die Queenklassiker auf seine robuste Art und Weise, wie jemand, der vom Hardrock und Blues kommt. Einfach nur gut.

Wir wollten aber etwas anderes erzählen: Mitten im Set hängt sich Brian May seine Akustikgitarre um und setzt sich am Rand der vorgelagerten kleinen Bühne auf einen Hocker und singt „Love of my Life“. Die anderen Bandmitglieder zogen sich hinter die Bühne zurück.

Love of my Life, you’ve hurt me. You’ve broken my heart and now you leave me. Bring it back, bring it back, donˋt take it away from me. Because you don’t know what it means to me.

Ehrlich gesagt, trauten wir unseren Ohren nicht. Wir dachten, die Gesangsversion des großen Freddie Mercury sei das non plus Ultra und dann kommt Brian May des Weges und singt das Ding mit einer emotionalen Wucht, die einen total flasht. Einer der absoluten Höhepunkte des Abends.

Willy, mein Kater, von Natur aus der Besserwisser schlechthin, nervt mich häufig mit seinen Sprüchen.

Was willst du, alter Mann, ich habe schon immer gesagt, dass Brian May ein genialer Sänger ist, ohne das Gehabe eines Freddie Mercury

Sprach‘s und kam mit dem ersten Soloalbum von May aus 1992 (Back to the Light) um die Ecke,um seinen Favoriten „Too much love will kill you“ zu spielen:

Iˋm just the pieces of the man I used to be. Too many bitter tears are raining down on me.Iˋm far away from home, and Iˋve been facing this alone too long

Ich wollte das vor dem grinsenden Kater nicht zugeben, aber wenn auch nur ein Hauch eines Zweifels daran bestand, dass Brian May sowohl ein begnadeter Sänger als auch Komponist ist -er hat beide Lieder für Queen geschrieben- mit diesem hoch emotionalen Song hat er jeden Zweifel ausgeräumt.

Nur nebenbei erwähnt: Brian May ist auch noch Astrophysiker, Sachbuchautor und Tierschützer. Letzteres gefällt der Mieze besonders.