Colosseum ist ein antikes Gebäude in Rom, wo sich schon die Gladiatoren I und II geprügelt haben.
Colosseum ist aber auch eine Band, die Erstaunliches vollbracht hat. Gegründet 1968 von dem Drummer Jon Hiseman und dem Saxophonisten Dick Heckstall-Smith, beide inzwischen mausetot.
Mit an Bord Dave Greenslade an den Keys, den Gitarristen James Litherland und Jim Roche und dem Bassisten Tony Reeves. Die Sportsfreunde kümmerten sich damals nicht um den Mainstream-Rock, sondern spielten Rock, Blues und Jazz in Reinkultur. Wer will, sollte sich das 1969 erschiene Album „Valentyne Suite“ anhören.
1970 ein weiterer Quantenspruch. Einer der besten Bluessänger ever, Chris Farlowe“ schloss sich ihnen an. Der hatte schon 1966 einen Riesenhit mit „Out of Time“, geschrieben von Mick Jagger und Keith Richards.
Colosseum ist eine der Lieblingsbands von meinem Freund Horst, mit dem ich schon vor über 50 Jahren zusammen in einer Band gespielt habe.
Warum erzählen wir das alles? Ganz einfach: Colosseum ist wieder auferstanden und haben am 21. März ein Album mit Namen „XI“ herausgebracht, das es mühelos in die Liste der besten Alben des Jahres schaffen wird. Mit dabei immer noch Chris Farlowe am Mikro, der Gitarrist Clem Clempson und der Bassist Mark Clarke, beide aus der zweiten Besetzung und viele Jahre dabei. Neu dabei Kim Nishikawara am Saxophon, Nick Steed an den Keys und Malcom Mortimore an den Drums.
Willy, mein Kater, verweigerte sich der Musik und meinte überheblich, wie er nun einmal ist:
> Mucke für alte Männer, alter Mann <
Ich konnte ihn sogar verstehen, da wir beide keinen bräsigen 12 Bar-Blues mögen. Das ist hier anders. Nachdem er die Größe gezeigt hat, sich das Album anzuhören, entschloss er sich sogar, die Scheibe seiner Freundin Lilly vorzuspielen. Lilly ist eine Bengalkatze mit wunderschönen grünen Augen, die schon früh am Morgen vor unserer Haustür lümmelt.
Auf dem Album sind 9 Titel, jeder für sich vielfältig und spannend. Gerade Freunde des Saxophons und die des intensiven rauen Gesangs kommen voll auf ihre Kosten. Der absolute Höhepunkt ist „Out in the Fields“, ein Song, den der legendäre Bassist von Cream Jack Bruce geschrieben hat und bei seiner späteren Band West, Bruce & Laing auf dem Album „Why Dontcha“ berühmt machte. Die Interpretation von Chris Farlowe, zum Weinen schön.
Also: Einfach mal anhören und als Geschenk für Ostern einplanen. Es lohnt sich.
