Solltet ihr grade aktuell das Gefühl haben, dass euer Leben etwas zu langweilig ist, dann fahrt doch einfach mal so gegen 16-16.30 Uhr nach Horchheim. Oder wenn ihr euch im Job so richtig langweilt und ihr den gewissen Nervenkitzel benötigt, bewerbt euch als Busfahrer bei der Koveb für den Stadtteil Horchheim!
Umleitung fahren will gelernt sein
Was da grade in Horchheim abgeht ist das Paradebeispiel an Chaosplanung und Autofahrer-Egoismus. Kurz zur Erklärung: Die Auffahrt zur B42 wurde in Niederlahnstein gesperrt. Es gibt eine sehr kompliziert ausgeschilderte Umleitung, der ich auch mal gefolgt und dann irgendwo doch falsch abgebogen bin. Ich stand auf einmal vor der Gneisenau-Kaserne auf der Horchheimer Höhe. So kommt man zwar auch mal rum in der Heimat, aber eigentlich wollte ich ja wieder zurück nach Koblenz auf die andere Rheinseite(da ist es irgendwie gemütlicher).
Nun ja, ich bin dann die Alte Heerstraße wieder runter gefahren und da ging’s los mit dem Verkehrschaos. Denn alles was sonst über die B42 nach Koblenz fährt, schiebt sich momentan durch die eh schon viel zu engen Straßen von Horchheim , bzw. durch die Emser Straße. Und hier gilt: „Ich zuerst auch wenn ich alles verstopfe“. Dass man die Emser Straße als Autofahrer noch mit mehreren Buslinien teilt, die möglichst pünktlich an ihren Haltestellen ankommen wollen, scheint hier einfach niemand zu interessieren. Das logische Verständnis wann man fahren kann oder sollte, damit einfach dieses enge Stadtteil nicht völlig verstopft ist, scheint bei 90% der Autofahrer einfach auszusetzen.
Autofahrende Menschen sind manchmal anstrengend
Mitten in diesem Verkehrschaos drängelt sich eine Brollkarre noch schnell vor mir in die Lücke, obwohl das alles andere als sinnvoll war. Nach diesem Ego-Move geht einfach gar nichts mehr. Ich stehe zu dem Zeitpunkt mit meinem Bus auf derselben Höhe wie einer der Koveb-Busse. Der Busfahrer schiebt die Fensterscheibe zur Seite, ich kurbel meine Fensterscheibe runter. Er guckt mich entnervt an und sagt: „Diese deutschen Autofahrer machen mich wahnsinnig“. Ich nicke nur und ermuntere ihn durchzuhalten. Er: „Ich mache jetzt einfach gar nichts mehr, sollen sie gucken“. Und das ist auch sein voller Ernst und die beste Idee überhaupt. Denn der Typ mit dem kleinen Penis auf vier Rädern kommt jetzt weder vor noch zurück, weil der Bus einfach noch mit seinem Hinterteil vor der Einbuchtung steht. So lange er also nicht weiter fahren kann, kann auch Mister Sportwagen nicht vorbei (wäre alles schneller gegangen, wenn er sich nicht noch vorgedrängelt hätte). Großartig! Als der Egositenarsch merkt, dass auch seine Angeberkarre hier nicht weiter helfen kann, steigt er aus, wedelt mit den Armen und gestikuliert wild. Der Busfahrer und ich grinsen uns an, als es dann endlich wieder weiter geht, wartet er noch eine Extraminute länger als notwendig und fährt dann erst sehr langsam weiter.
Nach 25 Minuten habe ich es dann auch endlich geschafft und erreiche die Südbrücke. Mitleid geht raus an meine Freunde, die in Horchheim wohnen. Haltet durch!
#LiebeundGeduldvonNori
