Ich habe es ja schon öfter mal in meiner Kolumne erwähnt, ich mache seit jetzt mittlerweile 8 Jahren Kleiderfasten. Das bedeutet, ich kaufe keine neuen Klamotten mehr (außer Unterwäsche und Socken), sondern tausche oder kaufe sie Second hand.

Ich habe es ja schon öfter mal in meiner Kolumne erwähnt, ich mache seit jetzt mittlerweile 8 Jahren Kleiderfasten. Das bedeutet, ich kaufe keine neuen Klamotten mehr (außer Unterwäsche und Socken), sondern tausche oder kaufe sie Second hand. Und ich denke dieser Trend wird sich jetzt auch vermehrt in der Gesellschaft durchsetzen, denn „Fast Fashion“ ist nicht mehr so gefragt wie noch vor ein paar Jahren. Erst gestern habe ich gelesen, dass neben etlichen „H&M“ Filialen auch einige „Primark“-Geschäfte schließen werden. Das tut mir auf der einen Seite leid für die Mitarbeiter, auf der anderen Seite empfinde ich aber auch ein kleines Gefühl von Gerechtigkeit. Denn jetzt mal Hand aufs Herz, wie nachhaltig und fair können wohl Klamotten sein, die in Asien unter unwürdigsten Bedingungen, meist von Kindern, produziert werden? Und grade Primark ist ja dafür bekannt, dass die Sachen hier dann auch nur für ein paar Mark fünfzig verkauft werden. Das geht ja rein wirtschaftlich schon gar nicht.

Seit 2000 hat sich der Klamottenkonsum verdoppelt

Proportional sind die Preise für Kleidung allerdings stetig gesunken Die Qualität leider auch. Denn die ganzen Bekleidungsstücke kommen nun aus Fernost über Onlinshops wie Shein, Joom oder Wish zu uns nach Deutschland. Diese bestechen zwar erst mal durch ihren kleinen Preis, auf den zweiten Blick aber auch durch die unglaublich schlechte Qualität. Währenddessen mussten die ansässigen Geschäfte vor Ort ihre Preise auf Grund der Coronakrise und dem Ukraine-Krieg anpassen und erhöhen. Da dazu wiederum aber nicht das Gehalt von den potentiellen Käufern angehoben wurde, kaufen die natürlich weiterhin bei den Billigshops. Das Resultat ist die Schließung vieler Modefilialen, manchmal ganzer Ketten.

Secondhand löst „Fast Fashion“ ab

Ein zweiter (und für mich sehr positiver) Grund für die Schließung vieler Modefilialen ist allerdings auch das neu entdeckte Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Zumindest bei der jüngeren Generation. Hier tragen fast 70% Secondhand-Klamotten. Und der Trend steigt stetig an. In den Großstädten wie Berlin sind Kleidertauschpartys, Secondhandläden oder Onlineshops wie Vinted (ehemals Kleiderkreisel) schon lange keine Geheimtipps mehr. „Slow Fashion“ ist hipp und umweltbewusst. Ich hoffe dass dieses Bewusstsein auch hier nach Koblenz überschwappt. Nicht weil ich möchte, dass wir noch mehr Leerstand bekommen, aber dass wir einfach mal bei den einfachsten Dingen anfangen unsere Umwelt zu beschützen.

In Koblenz gibt es heute eine Kleidetauschparty

Wer heute schon mit mehr Umweltschutz anfangen möchte, dem empfehle ich die "Glückstauschparty" im Circus Maximus ab 17 Uhr. Bis zu 15 Klamöttchen darf man da mitbringen und abgeben. Diese werden sortiert und auf Kleiderstangen gehangen. Davon darf man sich dann kostenfrei bedienen. Tolle Aktion, bei der ich im Februar auch schon mal dabei war und ein komplettes Outfit ergattert habe. Danach freut sich nicht nur das Shoppingherz und der entmistete Kleiderschrank, sondern auch das gute Gewissen!