Nachbarn. Eine eigene Spezies Mensch für sich. Man versteckt sich manchmal sogar vor ihnen, wenn man hört, dass sie auch im Treppenhaus sind und ihnen nicht begegnen möchte. Und doch muss man irgendwie mit ihnen klar kommen, auf dem kleinen gemieteten Flecken Privatsphäre.

Nachbarn. Eine eigene Spezies Mensch für sich. Man versteckt sich manchmal sogar vor ihnen, wenn man hört, dass sie auch im Treppenhaus unterwegs sind und ihnen nicht begegnen möchte. Und doch muss man irgendwie mit ihnen klar kommen, auf dem kleinen gemieteten Fleckchen Privatsphäre.
Ich habe einige von diesen Nachbarn gehabt in meinem Leben. Von dem Gefühl, dass es unangenehm ist diese Person jetzt zu treffen, über „ich ruf mal kurz den Krankenwagen“ (weil die Nachbarin kotzend und rotzbesoffen vor der Tür lag), bis hin zu der Frage: "ob ich hier die Poststation bin?" ist alles dabei gewesen. Aber auch tiefe Freundschaften, mit denen man im Urlaub war, deren Kinder gehütet und Grillfeste im Innenhof zusammen gefeiert hat.

Warum sind wir Städter so doof?

Während sich auf den Dörfern immer gefühlt alle mit einem freundlichen „Gude“ oder „Moin“ begegnen, geht es in Koblenz leider sehr reserviert zu. Wenn ich in meiner Zuhause-Straße mal jemanden grüße, werde ich direkt angeschaut, als ob ich verrückt wäre. Dabei wissen alle, dass ich "die" mit dem Feuerwehrbus bin und jeder in der Straße kennt den Bus. Das weiß ich so genau, denn ich bin ja auch eine komische Nachbarin und  beobachte sie (heimlich) beim Rauchen aus dem Dachfenster dabei, wie sie ihn kurz-lange anschauen, sich mit ihm fotografieren oder ihn sogar liebevoll tätscheln. Mir einen „Guten Morgen“ zu wünschen ist dann aber nicht drin, das ginge auch irgendwie zu weit!

Nachbarn können zu Freunden werden

Ich war so oft mit dem Bus in irgendwelchen Dörfchen unterwegs, da bekommst du ein gescheites „Guten Morgen“ oder „Servus“ gesagt, in Koblenz ist das nicht drin. Bis auf gestern Abend. Ich war noch kurz im Bus zum ausräumen und meine (mir natürlich immer noch) unbekannten Nachbarn von gegenüber (vom Sehen kennen wir uns seit 4 Jahren, aber man redet ja nicht miteinander) wollten grade die Haustür aufschließen. Ich habe einfach gefragt, ob sie noch ein „Busbier“ mit mir trinken wollen. Und dann sagen die einfach „ja“! Wir erzählen uns gegenseitig was wir die letzten  4 Jahre vom Anderen wahrgenommen haben, lachen kurz und trinken dann noch 2 Busbiere. Es war wunderbar!

Nachbarn sind manchmal einfach aus Versehen gut!

Was ich euch damit sagen möchte: Quatscht einfach mal eure Nachbarn an. Dahinter verstecken sich echt oft ganz liebenswerte Menschen mit wunderbaren Eigenschaften. Wir Deutschen sind so wahnsinnig dumm anerzogen doof was Kommunikation angeht. Vor allem in der Nachbarschaft. Lasst das mal außen vor und gebt euren Nachbarn eine Chance. Sie könnten aus Versehen zu guten Freunden werden!