Am Freitag geht es wieder los in der Eifel. Dann gibt es bereits zum 35. Mal "Rock am Ring" am Nürburgring. Ich werde dieses Jahr nicht mit dabei sein, obwohl ich Festivals und Campen eigentlich liebe. Aber grade Rock am Ring ist mittlerweile so übertrieben teuer geworden und die Toten Hosen habe ich schon gefühlt 40 Mal gesehen. Daher spare ich mir dieses Jahr das ganze Geld, denn für die 3 Tage Festival kommt schon einiges zusammen und irgendwie ist auch außer NOFX keine Band dabei, für die ich dermaßen viel Geld ausgeben würde. Ziemlich wild fand ich es auch, dass bereits im Vorfeld 10.000 Tickets verkauft wurden, ohne das es überhaupt einen Headliner gab.
Rock am Ring ist mittlerweile ein Luxusfestival
Wenn man mal zurückblickt auf die Anfänge tut das auch richtig weh im Portemonnaie. 1985 fand das erste Rock am Ring Festival an zwei Tagen für (ACHTUNG!!) 49 DM auf dem Nürburgring statt. Und wer jetzt denkt, dass da nur irgendwelche Abibands aufgetreten sind der irrt. Unter anderem gaben sich Joe Cocker, U2 und Marillion damals auf dem Ring die Ehre. Insgesamt zwar "nur" 17 Bands, dafür aber richtige Knaller für schmales Geld.
2023 gibt es zwar 50 Bands, allerdings spielen auch echt viele No-Name-Bands und das dann auch noch gleichzeitig auf drei Bühnen. Faktisch sehen kann man eh nicht mehr als 5-6 Bands pro Tag, wenn man nicht so ein Hardcorefan ist wie meine Freundin, die sich wirklich den kompletten Timetable von mittags bis nachts reinzieht. Im Vergleich dazu kostet, Stand heute, ein Festivalwochenendticket 2023 satte 229€. Puh. Dazu kommen dann noch Parkgebühren von 25€/Tag oder 69€/Wochenende sowie Campinggebühren die von 99€ bis auch gerne mal 599€ kosten. Wer soll sich das denn mittlerweile alles noch leisten können? Rechnen wir grob für das Wochenende zusammen: Ticket 229, Parken 69€ und „Billo-Camping“99€. Da liegen wir ohne Essen und Getränke schon bei 397€.
Onlinebezahlsystem mit Problemen
Letztes Jahr gab es erstmalig das Onlinebezahlsystem. Da konnte man sich vor Ort Geld auf das Bändchen draufladen und damit auf dem Festivalgelände bargeldlos bezahlen. Bei zwei von meinen Festivalfreunden hat das letztes Jahr allerdings nicht funktioniert. Jeweils 50€ waren futsch. Die gab es auch nach dem Festival nicht, weil es angeblich keinen „Beweis für die Buchung gab“. Und wenn das schon zwei Personen passiert ist, die ich kenne, möchte ich gar nicht wissen, wie vielen das auch noch passiert ist. Die Geschädigten haben wir dann reihum eingeladen, allerdings ist da bei 5€ pro Bier plus 5€ Becherpfand dann auch recht schnell Ende. Also pro Tag kann man locker noch mal mit 50€ für Essen und Trinken auf dem Festivalgelände rechnen. Sind wir dann mittlerweile bei 547€. Und das ist auch wirklich noch human berechnet. Summa Summarum gibt man denke ich im Schnitt(mit dem günstigen Campingticket) locker 600-700€ für das komplette Wochenende aus (mit Sprit, Verpflegung am Campingplatz, etc.). Und dann überlege ich mir dann mittlerweile zweimal, ob mir es das wert ist, oder ich lieber davon 10-14 Tage Campingurlaub mit meinem Bus mache.
Zumindest das Wetter soll dieses Jahr ja echt mal mitspielen. Wäre auch noch schöner, wenn man für die ganze Kohle nicht wenigstens Sonne inklusive hat!
