> Hi William, Lieblingsmieze, die Tanzwut ist wieder in der Stadt <
> Für einen leidenschaftlichen Tänzer wie dich, alter Mann, eine großartige Information, auf die wir beide schon lange gewartet haben <
> Du bist doch hier der Grobmotorige, Kater <
> Na gut, du Eintänzer, dann erzähl mal, was Sache ist<
Der Teufel, in the Real Life Mike Paulenz, zog jahrelang mit Michael Rhein, genannt das das letzte Einhorn, später Sänger von In Extremo, über Mittelaltermärkte und trommelte und sang als ginge es um sein Leben. 1997 gründete er mit Mitgliedern der Mittelaltercombo Corvus Corex die Band Tanzwut, die mit wechselnden Mitgliedern bis heute als Mittelalter-Rock-Band am Start ist. Sie sind regelmäßig bei den großen Festivals jedes Jahr mit dabei.
Ein neues Album steht im Sommer an. Die erste Auskoppelung ist da und das Video auf YouTube zu sehen. Der Vorgeschmack ist vom Feinsten.
„Herz aus Stein“. Der Song startet majestätisch kraftvoll mit der Elektrocombo zusammen mit den Dudelsäcken. Wir sind mächtig aus dem Sattel gegangen. Dann die Strophe mit überzeugendem Text. Wir können uns beide nicht erinnern, wann der Teufel besser gesungen hätte. Nicht mehr der klassische Marktplatztonus mit Trommel und Pfeife, sondern einfach nur cooler überzeugender Gesang.
> Ich leg die Last ab Schritt für Schritt. Was Menschen fühlen spür ich nicht. Kein Mitleid mehr in mir, kein Krieg. Kein dunkler Traum, der mich besiegt. Was brennt, erlischt und was mich quält, wenn man nichts fühlt, weil nichts mehr zählt. Es lebt sich leichter kalt und klar, wenn nichts mehr zählt, was wichtig war Ach hätt‘ ich ein Herz, ein Herz aus Stein, es könnt mich von Trauer und Tränen befreien. Kein Blut so heiß, kein Herz so schwer, brauch keine Liebe, keine Liebe mehr <
Man darf ein bisschen mit dem armen Teufel trauern und sich ohne Wenn und Aber auf das neue Album freuen.
Schon das letzte Album aus 2024 „Achtung Mensch“ war richtig gut. Nix mit reinem Dudelsack-Mittelalter-Getöse, sondern lupenreiner Hardrock mit Bläser- und Dudelsackeinlagen. Nicht nur Sauflieder, zu denen man gelegentlich neigte, sondern gute und auch kritische Texte. Allen voran „Loch in der Mauer“, das sich mit dem Freiheitsdrang in der ehemaligen DDR befasst. „Wenn du betrunken bist“, „Roter Mohn“, „Feuer in der Nacht“ und „Hexenweib“ sind tolle Songs und die Post geht ordentlich ab.
