Heute gibt’s mal kein Bashing auf irgendetwas oder irgendwen. Obwohl ich schon kurz, schön Lust hätte, meinen Unmut über die Koblenzer Zulassungsstelle grade mal auszupacken(die haben meiner Freundin und mir nicht nur Lebenszeit gestohlen, sondern auch noch mehr graue Haare). Aber ich habe Urlaub und möchte mich nicht aufregen. Was aber nicht heißt, dass dieser Chaosclub jetzt davon kommt. Das hebe ich mir sehr gerne für demnächst auf!
Auch wenn ich Urlaub habe, mag ich trotzdem nicht auf meine wöchentliche Kolumne verzichten. Denn heute möchte ich allen einmal Mut machen, die noch nie alleine in den Urlaub gefahren sind. Tut es! Ich habe das dieses Jahr ganz bewusst so entschieden. Nicht weil ich es nicht mag mit lieben Menschen wegzufahren, sondern diese Erfahrung einfach mal machen wollte. Und was soll ich sagen, es ist bis jetzt wunderbar. Ich bin mit meinem Feuerwehrbus unterwegs im Allgäu und auch wenn viele über diese Art zu reisen sagen: "Camping ist der Zustand, in dem der Mensch seine eigene Verwahrlosung als Erholung empfindet“, nein dem ist nicht so!
Selbstfindung und Achtsamkeit geht manchmal nur alleine
Am Montag bin ich gestartet, befinde mich also noch in der Anfangsphase meines Trips. Die letzen Tage habe ich komplett alleine auf einer saftigen Kuhwiese gestanden. Da war ich also, am ziemlich schönsten Fleckchen von Deutschland und weit und breit keine Menschenseele, kein Strom aus der Dose (ich bin autark mit Solar unterwegs), ab und an mal E-Netz und sonst nur Kuhglockengebimmel und der Duft nach Blumenwiese. Das war zu Anfang etwas komisch, weil wir Menschen solche schönen Erlebnisse eben gerne teilen, aber auch wunderschön. Man nimmt einfach alles viel intensiver wahr. Man denkt viel (über sich) nach und sucht, warum auch immer, ständig nach einer Beschäftigung. Ich habe das aber dann relativ schnell zugelassen und einfach nur alles aufgesaugt. Und dann war ich auch schon nicht mehr alleine….
Unter Campern ist man irgendwie nie richtig alleine
Da standen sie auf einmal da mit ihrem Bus, Gabi und Gerd aus dem Sauerland. Zwei unglaublich liebenswerte Menschen, die auch wie ich gerne einfach nur fern ab von überfüllten Campingplätzen in der Natur stehen und in den Berg starren oder auf ein Bierchen anstoßen. Letzteres haben wir gestern auch getan und dann in den klaren Sternenhimmel geguckt. Da wir so weit weg von der nächsten Lichtverschmutzungsquelle waren, konnten wir sogar die Milchstraße total deutlich sehen und einige Sternschnuppen einfangen. Heute ging‘s dann weiter zum nächsten Spot, direkt am Berg. Mega mystisch. Das Wetter ist großartig und auch nach einem Tag komplett ohne Gesellschaft (den ich absolut nicht schlimm fand) hat sich grade Miriam zu mir gesellt, während ich hier am schreiben bin. Lehrerin aus Würzburg, noch Camperanfängerin (auch alleine reisend) und voll mit Fragen, die ich gleich beantworten muss und auch gerne möchte.
Traut euch!
Und auch wenn ich anfangs etwas Angst vor der Erfahrung hatte komplett alleine zu reisen, ohne jemandem, mit dem ich mich sekündlich austauschen kann, genieße ich diese „Fast-Alleinsamkeit“ in vollen Zügen. Solltet ihr unbedingt auch mal austesten. Ich berichte dann nächste Woche ob die vorhergesagte „Verwahrlosung“ dann doch noch eingesetzt hat.
#alleineurlaubenmachtglücklich
