Vielleicht habt ihr es auch schon mitbekommen, seit Montag ist im Einzelhandel wieder Weihnachten. Das passt grade zwar prima zum Wetter, heute Morgen bin ich auch mit Wolljacke und Mütze aus dem Haus, aber können wir vielleicht erst mal den Sommer zu Ende spielen und dann langsam den Herbst einläuten und genießen? Denn der Herbst ist ja wohl irgendwie die schönste Jahreszeit von allen.
Aber da machen die Geschäfte einfach nicht mit. In den Dekoläden kann man seit Montag Weihnachtskugeln, Adventskränze und Co. kaufen. Ein Freund aus Halle hatte in seiner Instgram-Story ein Foto vom Lebkuchen- und Spekulatiussortiment eines Supermarktes. Wir haben August und noch über 4 Monate!!!! Zeit bis Weihnachten. Und ich weiß grade nicht ob ich mir jetzt erstmal einen Glühwein statt Kaffee machen sollte?!
Schuld sind wir laut Verbraucherzentrale selbst
Allerdings hat sich euer und mein Gefühl, dass der Weihnachtswahnsinn immer früher los geht, nicht getäuscht. Viele Jahre gab es nämlich die Regelung, dass das Weihnachtssortiment „erst“ ab der 35. Kalenderwoche in das Sortiment aufgenommen wird (nur zur Info: wir sind aktuell in KW 32), also Ende August, Anfang September. Was eigentlich immer noch viel zu früh ist. Und jetzt kommt das große „Aber“. Aber es gibt tatsächlich genug Menschen, die schon total heiß auf Lebkuchen, Dominosteine und Spekulatius im Sommer sind und den Kram kaufen. Fragt mich nicht warum, aber die Verbraucherzentrale erklärt das umgekehrt mit dem Phänomen, dass auch viele Deutsche im Januar nicht auf ihre Erdbeeren verzichten wollen. Und dann sind wir eben auch selbst schuld, wenn irgendwann 365 Tage Stollen und Zimtsterne in den Regalen liegen.
Wir sollten mit den Weihnachtssachen umgehen wie mit Spargel
Das ist nämlich das einzige Gemüse, was es tatsächlich (ok neben Bärlauch) nur saisonal in die Supermarktregale schafft. Und wer Spargel und Bärlauch so liebt wie ich, kann es dann fast auch gar nicht abwarten, bis es endlich wieder soweit ist. Sowas nennt man Vorfreude. Die nehmen wir Deutschen uns leider aber allzu häufig, weil wir so verwöhnt sind, dass wir alles immer zu jeder Zeit irgendwie beschaffen können. Vielleicht sollten wir mal wieder viel mehr Dinge mit der „Spargelvorfreude“ angehen und Erdbeeren eben nicht im Januar und Lebkuchen auch nicht schon im August kaufen. Dann verschwinden eventuell auch irgendwann all diese Produkte wieder aus den Regalen und wir tun gleichzeitig auch ganz aus Versehen noch was für einen besseren CO² Abdruck. Wäre ein Versuch wert, oder?
#neinzuLebkuchenimAugust
