Am kommenden Sonntag, ausgerechnet der Totensonntag (wie passend), startet das Sportereignis des Jahres: Die WM in Katar. Nie war eine Fußballweltmeisterschaft umstrittener als dieses Jahr und nie zuvor gab es eine WM im europäischen Winter. Das Endspiel findet eine Woche vor Weihnachten statt. Das passt irgendwie nicht in meinen Kopf. WM heißt für mich Sommer, Sonne, Rudelgucken. Wie mega war bitte der Sommer 2006, als unter dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ die WM (ok, auch nicht ganz ohne Korruptionsvorwürfe) bei uns in Deutschland stattgefunden hat?! Das fühle ich bei der diesjährigen WM aber mal so gar nicht. Aber blicken wir kurz zurück was da schon vor 12!!! Jahren alles schief gelaufen ist, als Katar zum Gastgeber für 2022 ausgewählt wurde.
2010 stimmten 22 Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees für Katar als WM-Austragungsort
Da fragt man sich dann doch schon, was diese 22 Menschen damals gleichzeitig geraucht oder eingenommen haben, oder ob da nicht vielleicht ganz viel Geld im Spiel war? Katar ist kein Land mit einer Fußballtradition. Das wäre so wie wenn wir uns mit Koblenz für den Austragungsort der nächsten Winterolympiade oder die Surfweltmeisterschaften bewerben würden.Von diesen 22 FIFA-Menschen sind mittlerweile 15 angeklagt. Unter anderem wird ihnen vorgeworfen Bestechungsgelder bei der Auslosung der Gastgeber angenommen zu haben. Oh nein wirklich? Ich bin geschockt, dass so was in der FIFA passiert!?1!!?
Die FIFA hat es trotz dieses Wissens nicht für nötig empfunden Katar die Austragungsrechte wieder zu entziehen, da O-Ton „schon zu viele Infrastruktur-Projekte abgeschlossen wären“. Warum legt man so ein Großevent überhaupt in ein Land, das weder die benötigten Stadien, Infrastruktur noch die klimatischen Bedingungen für so ein Sportereignis bietet?
Insgesamt starben über 6500 migrantische Gastarbeiter in Katar seit der Vergabe der WM
Das hat 2021 das britische Tagesblatt „The Guardian“ aufgedeckt. Die meist aus Südasien stammenden Zwangsarbeiter mussten im Durchschnitt zwischen 14 und 18 Stunden an den Stadien und der Infrastruktur arbeiten und das bei Temperaturen, die auch mal die 50 Gradmarke knackten. Dafür ist die grade mal 11.600 Quadratkilometer großen Halbinsel (mit insgesamt nur 2,7 Millionen Einwohnern) jetzt um 8!!!! Fußballarenen reicher, die danach wohl nie wieder genutzt werden. Denn der Katari an sich steht eigentlich gar nicht auf Fußball. Und auf Menschenrechte schon mal überhaupt nicht.
Khalid Salman (der katarische WM-Botschafter)bezeichnet Homosexualität als geistigen Schaden
Das ausgerechnet der katarische WM-Botschafter so eine Äußerung raushaut ist unfassbar. Und das der Rest der Welt einfach nur mit offenem Mund zuschaut und wieder einmal nichts passiert verstört mich ehrlich gesagt noch mehr. Aber damit teilt diese armselige Wurst wohl die Meinung der meisten Bewohner des Wüstenstaats. Homosexualität ist dort per Gesetz verboten. Wer hier den geistigen Schaden hat steht außer Frage. Das können wir uns 2022 in Deutschland überhaupt gar nicht mehr vorstellen. Was man sich auch kaum vorstellen kann sind die Ausgaben für die WM:. All include sind das mal eben ca. 48 Milliarden Euro. Mit dem Geld hätte man auch ziemlich viel Gutes machen können.
Der Slogan, mit dem sich Katar 2010 für die WM bewarb, war übrigens „Expect Amazing - Erwarte Unglaubliches“. Und ihr Lieben, ich denke da wird auch noch irgendetwas Unglaubliches passieren. Ob das doch noch ein gemeinsames Zeichen vom Rest der Welt gegen diese WM sein wird, es gar nicht erst bis zum Endspiel kommt oder ob vielleicht auch noch etwas ganz Schlimmes passieren wird. Ich habe ein unglaublich ungutes Gefühl für diese WM und werde wie, übrigens laut Umfrage des SWR, 81% der Deutschen die WM nicht ansehen. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel läuft ab demnächst sowieso wieder täglich...das Alternativprogramm ist damit auch schon festgelegt. #KitschStattKatar!
