Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr neigt sich dem Ende zu und während viele von uns einen Rückblick auf 2023 werfen, möchte ich einen Moment nehmen, um über eine bedeutende Entscheidung zu sprechen, die ich in diesem Jahr getroffen habe.
Als studierte Realschullehrerin, mit fast einem Jahrzehnt Berufserfahrung, habe ich mich dazu entschieden, nicht mehr ins Schulsystem zurückzukehren. Die Gründe hierfür werde ich sicherlich in zukünftigen Kolumnen näher erläutern.
Aber warum teile ich das ausgerechnet jetzt, in einer Zeit, die normalerweise von Adventsbesinnlichkeit und den Vorbereitungen auf Weihnachten geprägt ist? Weil gerade die neuesten Erkenntnisse der PISA-Studie veröffentlicht wurden und sie werfen ein ernüchterndes Licht auf das deutsche Bildungssystem. Statt mit einem süffisanten Lächeln zu sagen: "Ich habe es euch gesagt!", möchte ich den Fokus darauf legen, dass sich endlich etwas an den Rahmenbedingungen ändern muss.
Als Lehrkraft und Mutter sehe ich klar, dass unter den derzeitigen Bedingungen meine Arbeit nicht mehr optimal ausgeführt werden kann und Kinder nicht das durch die Schule lernen, was sie brauchen. Mein Blick durch die Lehrerbrille auf die Schulabgänger bestätigt, dass etwas im System nicht stimmt. Jugendliche wissen oft nicht, wohin beruflich, und haben Schwierigkeiten, ihre Talente zu entdecken. Das starre Auswendiglernen lässt wenig Raum für persönliche Entfaltung.
Aber genug von den Problemen – was sind meine Ideen und Lösungen? Ich denke, jede Familie muss für sich und ihre Kinder entscheiden, ob das aktuelle Schulsystem das bieten kann, was sie brauchen. Bildung sollte nicht nur Lesen und Rechnen umfassen, sondern auch Stressbewältigung, Finanzkompetenz, Entscheidungsfindung für die Zukunft und praktische Lebensfertigkeiten. Und: Unsere Kinder sind nicht dumm oder dümmer als früher, die individuelle Entwicklung muss begleitet und die jeweiligen Fähigkeiten mehr gefördert werden.
Wenn wissenschaftlich belegt ist, dass deutsche Schüler auf einem niedrigen Niveau agieren, sollten wir als Gesellschaft aufhorchen. Gemeinsam können wir Veränderungen bewirken. Eltern, Lehrer und alle, die sich um die nächste Generation sorgen, sollten sich gemeinsam für eine neue Richtung im Bildungswesen einsetzen. Andere Länder zeigen bereits, wie es besser gehen kann.
Entscheidungen im Leben zu treffen, ist nicht immer einfach. Doch oft sind sie der Schlüssel zur gewünschten Veränderung. So wie meine Entscheidung, nicht mehr im Schulsystem zu arbeiten, schmerzhaft, aber notwendig war. Dennoch war jede investierte Zeit, jeder Tropfen Schweiß und Herzblut eine Investition in mich selbst.
Glaubt an euch, eure Fähigkeiten und vertraut eurer Intuition, wenn ihr Entscheidungen für euch oder eure Kinder trefft.
Herzlichst, Dani
