Was kommt heraus, wenn man keltische Folkmusik mit Death Metal paart? Kaum zu glauben: Eluveitie; gesprochen El-veiti.

von Friedrich W. Dittmann

Mit der Schweiz haben wir sonst wenig am Hut, außer, dass ich alle zwei Wochen zum Supermarkt in NR fahren muss, um den Lieblingskäse von Willy, meinem Kater, zu kaufen: die rote Hexe. Was man nicht so alles aus Liebe zu Fellträgern macht.

Abends lümmeln wir auf dem Sofa und blättern auf YouTube und stolpern tatsächlich über `ne Schweizer Band mit Namen Eluveitie. Zuerst war es der komische Name, der uns an Mittelalter erinnerte. Dann live gesehen beim Summer Breeze im Sommer 2023. Der Hammer; unbedingt ansehen und anhören.

Willy ist schon einmal entzückt von der weiblichen Fraktion. Fabienne Erni am Mikro und Lea-Sophie Fischer an der Geige. Dazu Annie Riediger an der Drehleier. Die Damen gefallen ihm und machen vor allem jede Menge positiven Lärm. Lautstärkemäßig übertroffen werden sie von den Herren, vorrangig zuständig für Death Metal: Der Bandgründer, Multiinstrumentalist und Growler Christian >Chrigel< Glanzmann, Kay Brem am Bass, an den Gitarren Rafael Salzmann und Konas Wolf, sowie der Drummer Alain Ackermann. Gegründet wurde die Band 2002 in Wintertour und hatte über die Jahre eine Vielzahl von Veränderungen im Line-Up.

Der Bandname selbst stand auf einer Tonscherbe aus Mantua. Dort stand in einem etruskischen Alphabet eluveitie, die etruskische Form des keltischen Wortes Helvetios (‹der Helvetier›), geschrieben. Der Eluveitie gehörte wohl einer von Helvetiern abstammenden etruskischen Familie an. Die Texte orientieren sich in der Konsequenz an der Geschichte und dem Leben, sowie der Spiritualität des keltischen Stammes der Helvetier. Genug der Geschichte und zurück zur Musik:
Der Wechselgesang zwischen einem männlichen Growler und einer weiblichen Klarstimme hat uns schon immer begeistert. 2002 traten Within Temptation beim Pukkelpop -das heißt tatsächlich so- Festival in Hasselt (Belgien) auf. Shari den Adel sang damals „Enter“ und Robert Westerholt growlte dazu.  Später, nach Westerholts Rückzug ins Studio, entwickelte sich die Band zu einer One-Woman-Show und erreichte nie mehr die Klasse des Duetts.

Eluveitie ist jetzt unser Ersatz. In Kürze erscheint ihr neues Album „anv“. Die ersten Veröffentlichungen sind mehr als vielversprechend. Die ersten Songs und Videos sind bereits veröffentlicht. „Awen“, „Premonition“ und „The Prodigal Ones“ heben vom ersten Ton dermaßen ab, dass Kater und Kolumnist mit Sicherheit am 25.04 an Tür unseres local Dealers stehen, um die Scheibe zu erwerben. Zur Nachahmung empfohlen.