Ein gesunder Rücken ist das Fundament eines gesunden Körpers. In unserer heutigen Kolumne erforschen wir, warum muskuläre Rückenschmerzen so häufig sind und wie wir ihnen im Alltag effektiv vorbeugen können. Denkt daran: Ein starker Rücken trägt mehr als nur Euer Gewicht

In unserer modernen Welt, in der wir oft Stunden vor Bildschirmen sitzend verbringen und der Alltag oft von Bewegungsmangel geprägt ist, ist es kein Wunder, dass Rückenschmerzen zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden gehören. Besonders wiederkehrende muskuläre Rückenschmerzen können den Alltag dabei zur Qual machen. Aber warum sind sie so verbreitet und was können wir dagegen tun?

Die Wurzel des Übels: Rückenschmerzen entstehen oft durch chronische Fehlhaltungen, einseitige Belastungen oder aber mangelnde Bewegung. Unsere Muskulatur verkrampft, verspannt und signalisiert uns so, dass etwas nicht stimmt. Doch es ist nicht nur der Schmerz selbst, der uns dabei zu schaffen macht. Ein vernachlässigter Rücken kann weitreichende Folgen haben, von Kopfschmerzen bis hin zu Beeinträchtigungen der inneren Organe. Auch unsere psychische Belastung kann hierbei eine Rolle spielen. So kann vermehrter Stress eine bestehende Schmerzsymptomatik verstärken und nicht selten auch die alleinige Ursache für rein-muskulären Rückenschmerz sein.

„Vorbeugen ist besser als heilen.“ Dieses alte Sprichwort gilt besonders für die häufigen Formen von Rückenschmerzen. Eine ausgewogene Mischung aus Bewegung, Entspannung und ergonomischen Alltagsgewohnheiten und ggf. auch Hilfsmitteln kann wahre Wunder wirken. Hier einige Tipps:

  1. Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität, sei es Yoga, Schwimmen oder einfaches Spazierengehen, hält die Muskulatur geschmeidig und kräftig. Der größte Fehler bei alltäglichen Rückenschmerzen, sind Bettruhe oder lange Wochenenden auf der Couch!
  2. Arbeitsplatz ergonomisch gestalten: Achtet auf einen ergonomischen Schreibtischstuhl, ggf. auch einen höhenverstellbaren Schreibtisch und einen gut positionierten Bildschirm.
  3. Bewegungsausgleich schaffen: Vor allem, wenn Ihr beruflich viel sitzen müsst, baut Euch regelmäßige Gegenbewegungen in Euren Alltag ein. Da unsere Rückenmuskulatur schon nach wenigen Minuten aufrechten (sog. aktiven) Sitzens an Haltearbeit nachlässt (sog. Haltungsverfall), kann ein Timer von 45-60 Minuten uns regelmäßig daran erinnern aufzustehen, unsere Muskulatur aktiv anzusteuern und uns wieder aufrecht hinzusetzen.
  4. Entspannung: Techniken wie progressive Muskelentspannung oder sanfte Massagen können Verspannungen lösen. Auch ein muskelentspannendes Bad oder eine warme Dusche können helfen die Durchblutung anzuregen und kleinere Muskelkrämpfe zu lösen. Wichtig ist jedoch, diese Techniken immer in ausreichendem Maß mit Bewegung zu kombinieren, etwa nach dem Sport oder dem Herbstspaziergang.

Muskuläre, lokal begrenzte Rückenschmerzen sind meist harmlos und lassen sich gut selbst behandeln. Sollten sie jedoch länger als 6 Wochen bestehen oder ausstrahlende Schmerzen in die Beine verursachen (sog. Ischialgien), ist es Zeit, einen Spezialisten aufzusuchen. Ameisenlaufen oder Kribbeln der Beine, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen und Bewegungsstörungen können in Kombination mit Rückenschmerzen ernstzunehmende Hinweiss auf Bandscheibenvorfälle oder Nervenkompressionen sein. Derartige Symptome müssen in der Regel weiter ärztlich abgeklärt werden, um eine bedarfsgerechte Therapie in Ergänzung zu den oben genannten Alltagsgewohnheiten festzulegen.

Mit einem gesunden Rücken werden wir nicht geboren. Er ist immer das Ergebnis bewusster Lebensweise und ausreichender Aktivierung und Achtsamkeit in unserem Alltag. Mit ein wenig Fleiß und den richtigen Gewohnheiten könnt Ihr nicht nur Schmerzen vorbeugen, sondern auch Euer allgemeines Wohlbefinden steigern. Denkt immer daran: Gesunder Rücken, gesunder Körper. Er ist das, was Ihr draus macht.