Am 05.07.25 fand im Villa Park in Birmingham das bereits jetzt legendäre Abschiedskonzert von Black Sabbath in Originalbesetzung statt.

von Friedrich W. Dittmann

Willy, mein Kater, und ich waren im höchsten Maße an dem Konzert interessiert. Weil wir Black Sabbath, insbesondere Ozzy Osbourne, verehren.

Wenn man den guten alten Ozzy an dem Abend auf diesem Fledermaussessel sitzen sieht und verfolgt, wie er sich quält, vergeblich aufstehen will und seine Hits singt, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen will. Uns blieb das Lachen im Hals stecken. Ozzy ist nur ein Schatten seiner selbst, singt äußerst gequält, nichts mehr vom Prince of Darkness, nichts mehr von dem Mann, der der Fledermaus in den Hals biss. „Paranoid“ als letzter Song brachte ihm die Erlösung, nachdem die Band vorher noch „War Pigs“, N.I.B. und „Iron Man“ darboten.

Alles wasRang und Namen in der Metal-Szene hat war erschienen, um ihrem großen Vorbild und Helden zu huldigen. Metallica, Guns ‘n‘ Roses mit Slash und Axl Rose, Slayer. Pantera und, und, und. Dazu Einzelauftritte ua. mit Tom Morello, Stephen Tyler und Ronnie Wood.

Den Vogel abgeschossen hat Jungblud mit einem sehr emotionalen Cover des Sabbath-Songs „Changes“

Auch sehr schön, „Mr. Crowley“ mit Jack Black, den sowieso alle lieben.

Ich erzähle Willy, meinem Kater, vom Februar 1970. Ich war jung und Ozzy war jung. Ich hatte durch meinen ersten Ferienjob Kohle und erwarb bei meinem Local Dealer meine erste Black Sabbath LP, die mit der Mapledurham Watermill und der schwarz gewandten Dame drauf. Starkregen und Gewitter, eine läutende Kirchenglocke, dann das Riff von Tony Iommi. Ozzys magischer Gesang hat sofort Besitz von einem ergriffen. Daran hat sich über Jahrzehnte nichts geändert, auch wenn ich die Lifestories auf MTV furchtbar fand.

Dann die Festhalle in Frankfurt im Dezember 2013. Ein Wiedersehen mit Black Sabbath. Bis auf Brad Wilk am Schlagzeug die Originalbesetzung. Der Sound perfekt, Die Band in Höchstform. Und Ozzy bei bester Laune und seine Stimme noch kraftvoll. Nur sein Gang erinnerte an einen ergrauten Grizzly Bär. Die Parkinson Erkrankung ließ grüßen und war unübersehbar. Der Show konnte das nichts anhaben.

Ozzy hat an dem Soundtrack unseres Lebens einen großen Anteil und ihn so leiden zu sehen, tut weh und erinnert einen selbst an die eigene Vergänglichkeit.

Der Kater tröstet mich:

> Stell dich nicht so an, alter Mann. Du bist doch noch gut in Schuss. Wo bleibt mein Futter? <