Die Speerspitze des deutschen Metal ist wieder am Start: Helloween mit dem neuen Album Giants & Monsters

von Friedrich W. Dittmann

Willy, mein Kater, kam unlängst mit der neuen Helloween Scheibe um die Ecke und meinte:

> Die ist an dir vorbei gegangen, alter Mann <

> Quatsch, die habe ich mir schon lange angehört, während du gepennt hast <

Schon seit ewigen Zeiten streiten wir über die Frage, welche der Bands von Kai Hansen die Bessere ist: Helloween oder Gamma Ray. Willy beharrt auf Helloween, während mein Herz eher für Gamma Day schlägt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Ralph Scheepers, der bei Gamma Ray gastiert, mein Lieblingsmetalsänger in der bunten Republik ist.

Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Giants & Monsters ein absolut gelungenes Werk ist.

Schon der Start mit „Giants on the Run” ist superb. Die Männer kommen extrem variabel daher, am Ende klingt es sogar eine wenig Queen-mäßig. Der Einsatz der beiden Sänger Michael Kiske und Andi Deres überzeugt in jeder Hinsicht. Es ist auch bei den Liveauftritten erstaunlich, wie die zwei ihres Egos zurückstellen und so funktionen.

„Savior of the World” kommt als feine Up-Tempo-Nummer rüber. “A little is little too much” ist so ok.

> So ok ist der kleine Bruder von Scheiße < mault der Kater.

> Dann ist es eben so <

„We can be Gods” strotzt vor Spielfreude der Gitarristen Kai Hansen, Michael „Weiki“ Weikath und Sascha Gerstner. Dazu ein starker Chorus, ideal für die Bühne.

Da Kater und Kolumnist bekanntermaßen sentimentale „Hunde“ sind, sind wir mit am meisten auf der Scheibe von der Ballade „Into the Sun“ beindruckt.

„This Is Tokyo” is uns zu sehr Middle of the Road. Würden die Scorpions auch so machen.

In “Hand of God” erfahren wir, dass wir die Hand Gottes sehen, bevor wir den Löffel abgeben. Na dann. Das Stück können wir vernachlässigen.

Auch “Under the Moonlight” hinterlässt keinen großen Nachhall.

Dann aber geht die Sonne auf. >Universe (Gravity for Hearts) < Der Song ist so richtig gut.

Tolle Melodie und die Post geht ohne Ende ab.

Das größte Highlight ist für uns allerdings ohne Wenn und Aber das letzte Stück „Majestic“. 8 Minuten und 8 Sekunden Gitarrenarbeit aus der obersten Schublade und mitreisender Gesang. Ein episches Werk. Dafür würde sich schon allein der Kauf des Albums rechtsfertigen.

Helloween erfinden sich mit der Scheibe nicht neu. Müssen sie auch nicht. Es ist gut so wie es ist.

Gewidmet meinem Freund Olli Löer