Am letzten Samstagabend spielten In Extremo bei schönstem Sommerwetter auf der Festung Ehrenbreitstein. Wie nicht anders erwartet, war der Event-Ort rappelvoll. Ausverkauft.

von Friedrich W. Dittmann

Willy, mein Kater, und ich warten seit Wochen auf das neue Album unserer Lieblings-Mittelalterband. Erst war es für den 6. September angekündigt und jetzt für den 13.September. Bisher gibt es 3 Veröffentlichungen im Internet.

Die erste Auskopplung „Wolkenschieber“ hat nicht allzu sehr beeindruckt. Ein sperriges Ding ohne besonderen Charme. Der Kater meinte: „Na ja“. Nach der zweiten Auskopplung „Òlafur“ waren wir schon ein wenig beeindruckt. Das hätte aber bei weitem nicht gereicht, den Amazon-Mann flott zu machen.

Dann aber kam die dritte Auskopplung „Feine Seele“ und die Männer hatten uns wieder auf dem höchsten Begeistungslevel. Eine wunderschöne Ballade mit poetischem Text. Dazu ein beeindruckendes in schwarz-weiß gehaltenes Video. Mit dabei Oliver Satyr von Faun auf seiner 16-saitigen schwedischen Geige (Nickelharpa). Michael Rhein, alias Das letzte Einhorn, zeigt großes lyrisches Talent. In dem Text soll es nach seiner Vorstellung um jemanden gehen, der seine letzte Reise angetreten hat und darum, sich noch einmal an all die schönen Momente zu erinnern, die man zusammen verbracht hat

> Schlaf nun gut, du feine Seele. Ich streichle sanft dein schönes Haar.
Wenn ich deine Worte schäle, lausch' ich, wie es einmal war.
Wir hatten Feuer, warmen Frieden. Der Himmel war uns sehr egal <

Nach unserer Meinung, einer der besten In Extremo Songs überhaupt, in etwas die Richtung von „Schenk nochmals ein“, vom letzten Album „Kompass zur Sonne“. Wir kaufen das neue Album, egal was noch drauf ist.

Ansonsten haben wir die Zeit überbrückt und mit der ganzen Familie die Festung Ehrenbreitstein angesteuert, zum Live-Konzert am letzten Samstag. Zwischen dem Gemäuer vor der Bühne war alles bis zum letzten Platz besetzt. Um etwas zu sehen, musste man reichlich kreativ sein. Nach dem Support von „Fiddlers Green“ ging die Show endlos los.

Das Intro auf der Basis der dritten Strophe von „Wintermärchen“ mit idealer Beleuchtung und Pyrotechnik war maximal gewählt. Dann der diesjährige Tour-Opener „Troja“, gefolgt von jeder Menge der altbekannten Best of Songs: Vollmond, Herr Mannelig, Villeman und Magnhild, Liam, Weckt die Toten, Sternhagelvoll usw.

Seit wir im Mai 2001 die Band zum ersten Mal Live im Live Club Andernach gesehen haben, gehört quasi ein Konzert jedes Jahr, bevorzugt auf Burgen, zu unserem Programm.