Willy, mein Kater, und ich mögen den November so gar nicht. Wir trösten uns bestenfalls mit frischer Leber vom Metzger (Kater) und einem Glas Chardonnay (Verfasser). Dazu Guns N‘ Roses Cause nothing lasts forever, even cold November rain.
Draußen stürmt und nieselt es. Der Kater hat sein Ritual. Er marschiert unverdrossen in den Garten, bekommt einen Regentropfen ab, dreht ab und legt sich beleidigt in sein Körbchen, um weiter zu pennen. Ich nähere mich einem nächsthöheren Level von Langeweile und krame in unserer Plattensammlung.
Nicht, dass der Totensonntag überraschend gekommen ist. Er kommt jedes Jahr unverdrossen daher und zieht einen runter. Déjà-vu. Ich lande bei einem unserer Motörhead Favoriten. Love me forever auf YouTube, die 9 Jahre alte Live-Version. Wenn der gute alte Lemmy Kilmister seine von Whisky und Nikotin gestählte Stimme erhebt, ist die Welt wieder im Lot. Der Kater ist sofort hellwach.
Love me forever or not at all. End of our tether, backs to the wall. Give me your hand, don't you ever ask why. Promise me nothing, live 'til we die
Lemmy war ein Meister der klaren Ansage
We are the system, we are the law. We are corruption, worm in the core. One of another, laugh 'til you cry. Faith unto death or a knife in the eye
In einer Zeit der Beliebigkeit, wo Zaudern angesagt ist und kein Mensch mehr all in gehen will, wo alles in Frage gestellt wird und in der faule Ausreden vor sich hin gegendert werden, sind die Worte von Lemmy wohltuend. Alles oder nichts. So wie Lemmy das singt, erübrigt sich jede Frage. Don’t you ever ask why. Ende der Ansage.
Der Song wurde erstmals auf dem Album 1916 am 26.02.1991 veröffentlich und hat noch immer Bestand im Live Act. Eine sehr schöne Liveversion gibt es zusammen mit der Rocklady Doro aus 2003.
Lemmy Kilmister ist am 28.12.2015 gestorben. Fuck Cancer. Willy und ich vermissen den Mann unglaublich. Wir würden zu Fuß zu Rock am Ring am Nürburgring gehen, nur um noch einmal die Ansage von Lemmy zu hören
We are Motörhead, we play fucking Rock N‘ Roll
