Obwohl unser Französisch und auch Flämisch Scheiße ist, sind Willy, mein Kater, und ich am 21. September letzten Jahres in den Stadtpaleis d‘Anvers in Belgien gefahren, um uns einen alten Traum zu erfüllen. Endlich Moby live zu erleben. Willy war hellauf begeistert, als er von Moby hörte, dass er nicht nur ein Veganer ist, sondern seine gesamten Einnahmen einer Tierschutzvereinigung spendete. Immerhin Eintritt von ca. 25.000 Zuschauern.
Da kannst du dir ein Beispiel daran nehmen, alter Mann. Du sagst ständig, dass die Tiere deine Freunde sind und du sogar mit denen sprechen kannst. Isst man seine Freunde? <
Und du kommst ständig mit toten Vögeln und toten Mäusen, du Komiker <
Zurück zu Moby. Der ist für uns beide mit das musikalisch Wunderbarste, was es auf der Welt gibt. Um zu verstehen, dass wir keinen Mulo erzählen, braucht man sich nur „Why does my Heart feel so bad“, „Lift me up“ oder „Walk with me“ anzuhören.
Moby wurde als Richard Melville Hall am 11. September 1965 in New York geboren. Er wuchs in Darien, Connecticut, in ärmlichen Verhältnissen auf. Er lebte mit seinen Eltern, die früh starben, teilweise von Lebensmittelmarken. Da Herman Melville, Autor des Roman Moby Dick, sein Ur-Ur- Großonkel war, lag es nahe, seinen Spitznamen „Moby“ zur Marke zu machen und sein Glück in der Musik zu suchen. Da er ein musikalisches Genie ist, konnte das eigentlich nicht schief gehen.
Ende 1999 hatte er seinen Karrieredurchbruch mit dem Album „Play“, das ca. 15 Millionen-fach verkauft und 6-fach mit Platin gekrönt wurde. Allein 7 Auskopplungen enterten die Charts. Dafür sollte man eine gesegnete Kerze in die Kirche stellen. Moby war Anbetracht seiner über Jahre andauernden erfolglosen Bemühungen fest entschlossen, aus dem Musikbusiness auszusteigen als das Album ihn rettete. Wunderschön seine Erklärung in einem späteren Interview: Es war das Zeitalter der Backstreet Boys, von Britney Spears und NSYNC. Von gutaussehenden Leuten, nicht von seltsamen Scheiben, die im Schlafzimmer irgendeines Typen zusammengebastelt wurden <
Moby berührt nicht nur mit seinen Stücken, sondern reist jeden Bewegungsverweigerer aus dem Stuhl und zwingt ihn zu hoch emotionalen Tänzen. „Feeling so real“ ist dafür ein Paradebeispiel. Da merkt man auch, dass Moby lange Zeit auch als DJ verbrachte. Techno, Hip Hop, Blues, Folkmusik, sogar Disco, all das bezieht Moby in seine Musik mit ein.
Den Livemitschnitt von dem Konzert in Anvers auf YouTube kann man jedem nur empfehlen. Der ist absolut einmalig.
