Die Zeit der Weihnachtsgeschenke kommt bald. Der erste Tipp von Kater und Kolumnist für ein angesagtes Geschenk mit Spaßfaktor 10 von 10 unter der Tanne: The Hu.
Wer kennt sie nicht, die Herren TS. Galbadrakh aka Gala, G. Nyamjantsan aka Jaya, B. Enkhsaikhan aka Enkush, M Temuulen aka Temka und B.Dashdondog aka Daskka unsere neuen Freunde aus der Mongolei. Oder doch nicht? Willy, mein Kater, und ich sind aus dem Häuschen und geflasht. Endlich mal eine neue kreative Stilrichtung: Mongolischer Metal, gesungen in mongolischer Sprache.
Wer meint, das sei ein bisschen Folklore, sollte sich sofort bei YouTube den Liveauftritt beim diesjährigen Hellfest ansehen und anhören. Die Jungs sehen aus wie mongolische Krieger und singen und spielen genauso. Fantastico.
Gegründet wurde die Combo in 2016 in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Der Name Hu entspricht dem mongolischen Stammwort Mensch. Sie selbst geben an, dass sie Hunnen-Rock spielen, was eher eine Untertreibung ist. Sie sind eine echte mongolische Heavy-Metal-Band. Neben der bekannten Instrumentierung mit Drums, Percussion, Bass und Gitarre, finden sich hochinteressante Instrumente, die den Sound ausmachen:
Eine Pferdekopfgeige (Khuur), eine Mongolische Laute (Topshur), eine Maultrommel (Tumur Khuur) und einiges mehr. Charakteristisch ist Unterstützung des donnernden Basses durch den tradionellen Kehlgesang oder Untertongesang. Zusammen mit den Drums und der Percussion ergibt sich der treibende Basissound, der uns in den trüben Wintertagen aus dem Sessel holt.
In 2019 erschien ihr erstes Album mit dem Namen The Gereg mit den als Video bereits erfolgreichen Yuve, Yuve, Yu und Wolf Totem (allein über 40 Millionen Klicks bei YouTube). Gereg ist ein Mongolischer Reisepass, den schon der alte Dschingis Khan eingeführt hat.
Das zweite Album Rumble of Thunder erschien 2022 und war ebenso erfolgreich wie das erste. Ebenso erfolgreich sind auch die weltweiten Live-Auftritte.
Es ist ein großartiges Abenteuer, sich auf die für uns fremde Kultur einzulassen und zu genießen. Das weitet gleichzeitig unseren Blick in unserer von Abschottung geprägten Zeit. Die Band versteht es prächtig, unseren abendländischen Metal mit den Klängen aus ihrer Heimat zu verbinden. Bestes Beispiel ist ihr im Dezember 2020 veröffentlichtes Cover von dem Metallica Song Sad but true. Richtig schön finster.
Unter unserer Tanne werden dieses Jahr jedenfalls statt der Engelein Wolf Totem -unser Favorit von The Hu- erklingen.
