Seit letzter Woche ist das neue Album „Wild God“ von Nick Cave auf dem Markt und es ist phantastisch geworden.

von Friedrich W. Dittmann

Es ist Freitag, der 30.08.24. Es ist schwülheiß. Trotzdem lümmelt Willy, mein Kater, auf dem Gehweg vor dem Haus herum und lauert auf den Amazon-Bus mit dem Amazon-Mann.

> Was ist los, Mieze? <

> Hast du es schon wieder vergessen, alter Mann? Heute kommt das neue Album von Nick Cave <

> Hab‘ ich natürlich nicht. Ich bleibe trotzdem mit meinem Kühlgetränk im Schatten <

5 Jahre nach dem Wunderwerk „Ghosteen“ und 3 Jahre nach dem Gemeinschaftswerk mit Warren Ellis „Carnage“ ein neues Album mit dem Titel „Wild God“. Wer jetzt meint, das Ganze sei nicht noch zu toppen, sieht sich getäuscht. Ein wunderbares Album.

Nachdem Leonard Cohen im November 2016 für immer von uns gegangen ist, bleibt Nick Cave der letzte große Held für alle Sentimentalos, die die Musik melancholisch mögen, die sich bei finsteren Gedanken aufs Sofa legen und der gewohnt ruhigen Stimme lauschen und es genießen.

Natürlich verarbeitet Cave auch hier sein persönliches Schicksal. 2015 starb sein Sohn Arthur bei einem Unfall und 2022 verlor er dessen Bruder Jethro. Wer Kinder oder auch Enkel hat, weiß sehr genau, dass Kinder niemals vor einem gehen sollten. Andererseits ergeht sich gerade dieses Album nicht nur in Trauerarbeit. Da ist auch eine Menge Hoffnung und sehr viel Zuversicht. Aufgeben ist keine Option.

Die ersten Rezensionen überbieten sich gegenseitig in der Begeisterung und das völlig zurecht. Es fällt schwer einige Songs hervorzuheben. Das Album startet mit dem schönen „Song of a Lake“, der von einem älteren Herrn handelt, der am Fluss sitzend, mit sich im Reinen, das Geschehen beobachtet. Dann „Final Rescue Attempt:

Nothing ever really hurt, not even ordinary pain. As we’d sit, you and me, by the great aching sea. In the rain, in the rain, and the rain, oh, the rain, oh, the rain. And I will always love you, with the wind, with the wind, with the wind, oh, the wind in your hair.

Nicht zu vergessen “Long Dark Night“ und „As the Waters cover the Sea“, und, und, und.

Das Album leistet sich keine Durchhänger und durch und durch gut. K&K (Kater und Kolumnist) sind begeistert.