Vor 40 Jahren, genau im Juni 1984, erschien das Album Purple Rain von Prince und stand für 24 Wochen auf Platz 1 der US-Charts. Es ist an der Zeit, unser Interesse auf den Herrn zu lenken.

von Friedrich W. Dittmann

Samstagabend: Willy, mein Kater, und ich langweilen uns, hängen auf dem Sofa ab, essen Süßigkeiten und verfolgen auf YouTube ein Livekonzert von Eric Clapton aus 2019. Nach dem 100sten 12 bar Bluesschema ist der Kater fast eingeschlafen. Den Klassiker „Nobody knows you when you`re down and out“ kommentiert er: 5 Euro ins Phrasenschwein.

Das ist nicht mehr der Clapton aus Cream-Zeiten (White Room) und später Solo (Leyla; Nein nicht die vom Ballermann), den wir einmal verehrt haben. Dann, plötzlich: Überraschung. Powerchord Bbsus2. Claptons Version von Purple Rain. Wir sind adhoc wach und lauschen. >Nice< murmelt der Kater.

> Nice ist der kleine Bruder von Scheiße, Herzblatt < verursache ich ihn zu bremsen.

Um ihn auf sein altes Begeisterungslevel zu heben, spiele ich ihm die Livefassung von Prince aus dem März 1985 in Syracuse auf Youtube vor. 16:36 Minuten pure Ekstase. Erst 7 Minuten Gitarrenintro und dann der Meister persönlich mit seinem magischen Gesang. Es gibt gut tausend Coverversionen, aber niemand singt den Song so sexy wie Prince, der ihn auch geschaffen hat.

I never meant to cause you any sorrow. I never meant to cause you any pain. I only wanted one time to see you laughing. I only wanted to see you laughing in the purple rain

Man glaubt ihm jedes Wort und nimmt jeden Ton in sich auf. Qua Definition bedeutet Lilafarbener Regen das Ende der Welt, und dass man mit dem Menschen vereint ist, den man liebt, und dass man sich von seinem Glauben durch den lilafarbenen Regen führen lässt. Das trifft der Song ziemlich genau.

Jenseits von Purple Rain hat er noch eine ganze Menge andere schöne Lieder geschrieben. Da landen wir zwangsläufig bei „Nothing Compares 2 U“, wobei wir auch hier die Liveversion bevorzugen. Willy und ich können uns allerdings nicht einigen, ob hier nicht die Coverversion von Sinead O‘Connor besser ist.

Geboren als Prince Roders Nelson im Juni 1958 in Minneapolis, Minnesota, wurde er nur 58 Jahre alt. Im April 2016 wurde er tot aufgefunden. Laut dem Obduktionsbericht starb er an einer Überdosis Schmerzmittel.