Werfen wir einmal einen Blick in die Medienlandschaft und auf bekannte Social Media Plattformen bestätigt sich ebenfalls, dass ein sportlich aktives Leben und gutes Aussehen bereits zu einem elementaren Bestandteil unserer heutigen Gesellschaft geworden ist. Seiten wie Facebook und Instagram zeichnen ein Bild von perfekten Körpern in zauberhaften Landschaften, liebevoll in Szene gesetzte Joghurtbecher mit Früchten, sie zeigen die neusten Sport-Trends und vermitteln glaubwürdig, dass alle Menschen, die diesen Trends und Lifestyle-Vorbildern folgen und nacheifern zwangsläufig glücklich und erfolgreich sein müssen und natürlich auch definitiv das größere Los in Sachen Liebe ziehen werden.

Ich selbst bewege mich erst seit Kurzem intensiver auf diesen Plattformen und musste auch mich dabei ertappen, als ich einen kurzen Anflug von 'vielleicht müsstest du auch mal mehr Sport treiben' gerade so abwenden konnte. Bedenkt man nun, dass sich die meisten unserer Kinder bereits im Jugendalter auf diesen Seiten bewegen ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Hype um Schönheit und Körperkulturen längst Einzug in die Kinderzimmer genommen hat.

Hierbei richtet sich die Kritik nicht an jene, die sich diesem Kult (von lat. cultus = Verehrung, Pflege) unterwerfen, sondern in erster Linie an die Medien- und Konsumgesellschaft, die zunehmend ästhetische Normen setzt, die den eigenen Körper als ungenügend erscheinen lassen. Der Körper wird zum Gegenstand, der nach den eigenen Wünschen, nach der Größe des Geldbeutels und je nach Einsatzbereitschaft nach Belieben manipuliert und geformt werden kann.

So quälen wir uns in Fitness Studios, rennen über Felder und durch Wälder, lassen uns tätowieren, piercen, enthaaren, aufspritzen, operieren, halten Diät, schlucken Pillen, ziehen Experten zu Rate, folgen den neusten Modetrends und vieles mehr...