Dass Willy und ich Udo Lindenberg lieben, dürfte kein Geheimnis sein. Deshalb können wir seinen 80sten Geburtstag nicht kommentarlos vorübergehen lassen, auch wenn der uns in Erinnerung ruft, wie schnell die Zeit vergeht. Er selbst hat hinsichtlich seines runden Geburtstags kein großes Getöse gemacht. Die Doku im Ersten war aber total sehenswert.
Die erste Begegnung war 1974 in Frankfurt. Pompöser Sound mit deutschen Texten, was damals ein absolutes Novum war. Lindenberg sang u.A. „Nichts haut einen Seemann um“ vom Album Alles klar auf der Andrea Doria, einem Song, der allein den Konzertbesuch rechtfertigte.
> Die Boote sind im Hafen. Die Männer kommen gleich. Der Käpt'n wankt nach Hause, er schleppt sich übern Deich. Er will nicht, dass die anderen sagen: Der kann ja wirklich nicht mehr viel vertragen und nun singt er sein Lied in den stürmischen Wind >
Dazu zum Ausklang ein gigantisches Gitarrensolo von Thomas Kretschmer, das mit den besten Soli aller Zeiten mühelos mithalten kann.
Später gab es eine Zeit, in der man den Kerl eigentlich nicht mehr mochte. Leichtgewichte wie das furchtbare Bodo Ballermann: Die Rudi Radlos-Phase erstreckte sich auf die nächsten Jahre.
2008 sahen wir Lindenberg in der Festhalle in Frankfurt wieder. Lindenberg war wie Phönix aus der Asche gestiegen und veröffentlichte ein einmaliges Album „Stark wie zwei“ und erlebte seinen x-ten Frühling. Der Glücksfall war, dass er auf den Komponisten und Produzenten Andreas Herbig getroffen war, der ihm ein völlig neues Klangbild verschaffte. Die Texte hatten wieder Tiefgang.
„Und ich mach mein Ding, egal was die Anderen sagen“ war die perfekte Ansage, die sich einen Menge Fans noch heute zum Motto machen.
Dann 2011 MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic -. Abgesehen von der dazu gehörenden feinen DVD oder Bluray findet sich darauf einer unserer Lieblingssongs von Lindenberg: Der Song „Das Leben“:
> Nimm dir das Leben und lass es nicht mehr los, denn alles was du hast ist dieses eine blos. Nimm dir das Leben und gib's nie wieder her, denn wenn man es mal braucht
dann findet man's so schwer <
Die Zeilen sagen viel über ihn aus und haben ihn auch über schwere Zeiten getragen, die er im Album „Stark wie 2“ nachhaltig thematisiert.
Es bleibt zu hoffen, dass die Reise mit ihm noch lange weiter geht.
