Immer ein wenig unter dem Radar fliegend, aber gleichwohl eine tolle Combo: Diary of Dreams. Die Männer aus der Gothic-Szene haben unsere volle Aufmerksam verdient.

von Friedrich W. Dittmann

Immer ein wenig unter dem Radar fliegend, aber gleichwohl eine tolle Combo: Diary of Dreams. Die Männer aus der Gothic-Szene haben unsere volle Aufmerksam verdient.

Willy, mein Kater, und ich sind gelegentlich einer Meinung. Was Diary of Dreams betrifft passt kein Blatt zwischen uns. Und zwar genau seit dem Jahr 2012, als wir den Song Traumtänzer auf dem Album Anatomie of Silence aus 2012 gehört haben. Wir waren von den Socken. Ich von zwei und Willy von vier.

Freunde der Sonne, wenn jemand nach Gänsehaut nicht nur für einen Moment strebt, sollte sich Traumtänzer am besten in der Liveversion ansehen oder anhören. Sicherheitshalber solltet ihr Taschentücher bereithalten.

Es steht die Luft hier in der Schwebe, als ob der Wind auch nicht mehr lebe. Die Stille schmerzt in meinen Ohren. Ich wünscht ich hätt‘ dich nicht verloren.

Wirst Du mich nie verstehen? Wirst Du denn nie verstehen? Hast Du noch nie gesehen...wie meine Augen glitzern?

Ein Text über Verlust, Sehnsucht und vor allem Stille. Keine beruhigende Stille, sondern die, wonach die Zeit im Raum bedrohlich stillsteht und sich andere immer weiter entfernen. Dazu eine bewegende Musik und ein Adrian Hates am Mikro in Hochform.

Am Ende der Liveversion singt ein ganzer Saal voll Aficionados den Refrain. Beeindruckend.

Wir hatten eine Zeit lang von den Männern nichts gehört, bis wir sie im letzten Sommer beim Mera Luna Festival wiedergesehen haben. Als letzten Song hat Adrian Hates Traumtänzer nur mit Pianobegleitung gesungen.

Diary of Dreams wurde 1989 von dem Sänger und Mastermind Adrian Hates gegründet. Über die Jahre hat er mit den verschiedensten Musikern gearbeitet und seinen Dark Elektro-Pop entwickelt. Einer seiner frühen Kompositionen hieß Tagebuch der Träume. Daraus ist der Name der Band entstanden.

Auch im letzten Jahr ist das neue Album Melancholin erschienen. Willy bestand darauf, dass wir uns die Scheibe sofort nach Erscheinen beim Dealer abholen. Schon nach dem ersten Hören musste ich dem Kater huldigen. Er meinte nur:

Adrian hat eine extrem weiche, tiefe Stimme.

So ist es, Mieze.

Viva La Bestia und The Sekret sind veritable Songs. Aber All is fragile, Welt aus Porzellan, The Fatalist und Tränenklar sind schlichtweg zum Abheben. Ein tolles Album.