Der irische Sänger Van Morrison wird die Tag 80 Jahre alt. Ihm verdanken wir eins der wichtigsten Alben des 20en Jahrhundert: Astral Weeks.

von Friedrich W. Dittmann

Willy, mein Kater, löchert mich häufig mit der Frage: < Was ist das beste und wichtigste Album aller Zeiten, alter Mann <

> Da muss ich nicht lange nachdenken. Ich liebe hunderte von Alben, aber nur eins ist für mich definitiv das Allerbeste: „Astral Weeks“ von Van Morrison. Es stammt aus dem November 1968 und überstrahlt immer noch alles <

Musikalität und Poesie treffen in einer einmaligen Symbiose auf tiefe Emotionalität. Es gibt keinen Song, der auch nur ein Jota von der hohen Qualität abweicht. Es ist höchst bedauerlich, dass das Album kommerziell nur wenig erfolgreich war. Das ändert nichts an der Anerkennung, die es ansonsten immer noch genießt. Es findet sich wie selbstverständlich in der Liste des Rolling Stone zu den „Greatest Albums of all time“.

Der berühmte Musikjournalist Lester Bangs äußerte sich wie folgt: Van Morrison war 22 oder 23 Jahre alt, als er Astral Week aufnahm. Er hat nie wieder so etwas gemacht und niemand sonst hat es getan. Wie wahr.

Kennengelernt hatte ich damals Van Morrison als Sänger der irischen Band Them, die ihrer Zeit deutlich voraus war. „Here comes the night“„It’s all over now, Baby Blue” und “Gloria” waren einige der bekanntesten Hits.

> Erzähl’ weiter von dem Album > mault Willy ungeduldig.

> Das ganze Album ist wie ein Traum. Von der Sehnsucht nach Erlösung, Kindheitserinnerungen, Liebe und Tod. Es gibt kein Album, bei dem es so schwerfällt, bestimmte Songs hervorzuheben wie bei diesem. Sie sind alle außergewöhnlich <

Da ist der autobiografische Song „Cyprus Avenue“ über eine Straße in Belfast, wo Morrison als Jugendlicher Mädchen beobachtete. Die tottraurige Geschichte über den Abschied und Verlust des leichten Mädchens „Madame Goerge“. In „Beside you“ ist Morrisons Stimme so intensiv, dass es fast schon weh tut. „Ballerina“: Die wunderschöne Ballade über das Tanzen und die Selbstbefreiung. Zum Schluss singt er in „Slim Slow Slider“ über eine Drogenabhängige, die mit nichts zu retten ist.

Diese wundersame musikalische Mischung aus Folk, Blues, Soul und Jazz, gespielt mit akustischen Instrumenten wird nur überlagert von Morrisons unglaublich intensivem Gesang.

Willy, mein Kater, und ich entscheiden uns nach nochmaligem Hören für „Madame George“ als Favoriten.

Ihm erzähle ihm, dass ich genauso wie Lester Bangs, wenn ich auf eine einsame Insel nur eine Scheibe mitnehmen dürfte, mich für „Astral Weeks“ entscheiden würde.

> Den Quatsch mit der Insel lassen wir mal. Wer soll dann mein Futter heranschaffen < ist das Einzige, was dem Vogel dazu einfällt.