Sommermodus auf Stand-by
Es ist noch gar nicht so lange her, da lagen meine Kinder in schmutzigen Badeshorts auf der Wiese, aßen Eis und stritten sich darum, wer als Nächstes mit dem Gartenschlauch spritzen darf. Ich lag daneben, dösend in der Sonne, irgendwo zwischen „Ich sollte mal aufräumen“ und „Ach, egal – Ferien.“
Und jetzt? Jetzt sitze ich mit einem Kaffee in der Hand und starre auf zwei Brotdosen, in denen sich ein Stück Paprika, ein harter Käsewürfel und ein weiches Toastbrot gegenseitig Gesellschaft leisten. Die Ferien sind schon seit zwei Wochen vorbei. Der Sommer – verschwunden wie ein guter Vorsatz nach Neujahr. Und wir? Wir versuchen krampfhaft, wieder im Takt des Alltags zu marschieren, obwohl wir emotional noch barfuß auf der Terrasse sitzen.
Vom Sonnenstich zum Schulwegregen
Vorgestern noch: Sonnenschein, 29 Grad, nasse Handtücher im Freibad, Chlorgeruch in der Nase und das obligatorische „Mama, ich hab Hunger – schon wieder!“. Heute: Verregnete Fensterscheiben, Gummistiefel und ein Kind, das ernsthaft überlegt, ob man sich bei Regen nicht krank melden darf.
Die Antwort lautet: nein. Willkommen zurück in der Realität.
Es ist, als hätte das Wetter höchstpersönlich beschlossen, das Kapitel „Sommerferien“ mit einem Donnerschlag zu beenden. Von 100 auf 0. Ohne Vorwarnung. Plötzlich ist es nicht nur draußen grau, sondern auch im Kopf. Der Wecker klingelt wieder um sechs, es wird gestritten, ob die richtige Hose gewaschen ist, und ich ertappe mich dabei, wie ich mein Kind mit einem Müsliriegel und „Wir müssen jetzt echt los!“ aus der Tür schiebe. War das nicht vorletzte Woche noch ganz anders?
Alltag mit Nachgeschmack von Sonnenmilch
Während ich noch versuche, die letzten Sandkörner aus der Badetasche zu schütteln, verlangt der Alltag schon wieder nach unterschriebenen Elternbriefen und der passenden Regenjacke. Und mittendrin: Zwei Kinder, die beide auch noch nicht so genau wissen, ob sie das jetzt alles gut oder doof finden sollen. Vermutlich beides.
Ich weiß, man sagt, der Herbst sei eine Zeit des Loslassens. Die Bäume machen’s vor, heißt es. Aber ganz ehrlich? Ich bin noch nicht bereit, den Sommer loszulassen. Noch nicht. Nicht heute.
Ein bisschen Freibad im Herzen
Aber gut. Die Brotdosen für morgen sind gepackt, die Gummistiefel stehen bereit. Und irgendwo zwischen Dauerregen und Rechenhausaufgabe versuche ich, mein inneres Freibadgefühl nicht ganz zu verlieren.
In diesem Sinne: Lasst uns den Sommer nicht ganz gehen lassen – sondern ihn als kleines Glitzern im Herzen behalten. Auch wenn wir gerade wieder mehr Regenjacke als Sonnencreme brauchen.
Eure Dani
