Letztens hingen Willy, mein Kater, und ich vor dem PC ab und verfolgten auf YouTube das Benefizkonzert für die Opfer des Hurricane Sandy. Damals lag der wirtschaftliche Schaden bei 72 Milliarden Dollar, sodass die Spendenaktion ins Leben gerufen wurde.
Wir schreiben den 12.12.2012, Madison Square Garden New York City, Konzert für die Opfer des Hurricane Sandy. Die komplette Prominenz von Musik und Film hatten sich versammelt, um einen Beitrag zu leisten. In der Abteilung Musik waren das u.A. Bruce Springsteen, die Rolling Stones, The Who und Paul McCartney. Dazu Prominente aus Film und Fernsehen. Die ganze Veranstaltung dauerte 6 ½ Stunden, was uns eindeutig zu lang war. Wir haben uns mit einem Teil begnügt,
Mittendrin trafen sich zwei „Bären“ bzw. „Legenden“ des Rock: Roger Waters und Eddie Vedder. Der eine ehemals Pink Floyd, der andere Pearl Jam. Sie hatten sich verabredet, im Rahmen des Sets von Waters, den ebenso legendären Song „Comfortably Numb“ aufzuführen, mehr noch, zu zelebrieren.
Roger Waters, wie immer extrovertiert gestikulierend, „brummelte“ die beiden Strophen. Man kennt das von früher. Eddie Vedder, der immer etwas Klagendes in seiner sanften Stimme hat, übernahm den Part des Refrains zwischen den 2 Strophen und wir waren sofort hellwach. Tief bewegend und einfach nur schön. Wir hatten das so nicht erwartet.
Unterschiedlicher können Kerle sicherlich nicht sein. Hier der streitbare Roger Waters, der trotz heftiger, teils persönlicher Angriffe, keiner öffentlichen politischen Auseinandersetzung aus dem Weg geht. Dort der eher schüchterne, immer höfliche, sehr menschliche Eddie Vedder. Wir mögen beide. Vedder spätestens als wir den Song „Alive“ gehört haben, in dem er seine Gemütslage beschreibt, als ihm nach langer Zeit eröffnet wurde, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater sei. Bei Roger Waters kommt man längstens seit dem Album „The Wall“ an seiner Genialität nicht vorbei.
Und als die Herren ihren Job erledigt hatten, ging der Song in die Mutter aller Gitarrensoli über. Der Gitarrist spielte 1 zu 1 das Solo, das eigentlich David Gilmour „gehört“, nach. Ein Hochgenuss.
Der Song stamm vom Album „The Wall“, also aus einer Zeit, als Waters und Gilmour bei Pink Floyd zwar schon stritten, aber noch zusammenarbeiteten. Auch die beiden waren grundverschieden, was zunächst die Zusammenarbeit förderte.
Zurück zum Benefizkonzert. Neben Waters und Vedder hat uns ein weiteres formidables Duo entzückt: Michael Stipe (ehemals REM) und Chris Martin von Coldplay. Die Beiden intonierten das unvergessene „Losing my Religion“.
