Eure Enttäuschungen in Kauf nehmend, wird es in dieser Kolumne nicht um das Thema Fashion gehen. Da ich aber weiß, dass überwiegend Frauen meine Kolumne lesen, bin ich mir sicher euch mit meinen Zeilen dennoch nicht vollkommen zu langweilen. Denn in dieser Kolumne geht es um uns Frauen, die besondere Connection in Frauenfreundschaften und meine Faszination für alle Frauen.
Für mich ist ein Treffen mit meinen Freundinnen wie ein Boost an Inspiration. Man tauscht sich über gemeinsame Interessen aus, bequatscht Probleme, berufliche Herausforderungen oder Beziehungsprobleme. Während Männer eher gemeinsam etwas unternehmen; treffen sich Frauen hingegen zum Reden. Studien zeigen zum Beispiel, dass zwei Drittel aller Männer keine Freundschaft haben, in der intime Gespräche üblich sind. Männer erzählen eher von ihren Erfolgen, besprechen politische Themen oder andere eher oberflächliche Themen. Bei Frauen ist das anders.
Ich glaube, Frauen suchen in ihren Freundschaften genau nach dem Gegenteil: absolute Offenheit über Stärken, Schwächen, Probleme aber natürlich auch über ihre Erfolge. Familien- und Paartherapeutin Gertraud Matthies sagt zum Beispiel: „Bei Beziehungen geht es eher um die Vereinigung von Gegensätzen; Frauenfreundschaften hingegen haben eine ganz andere Dynamik, einen anderen Stellenwert. Frauen können sich gegenseitig unterstützen, sich austauschen, sich trösten“. So kann, meiner Meinung nach, ein gutes Gespräch mit einer Freundin durchaus schon mal eine therapeutische Wirkung haben. Stimmt‘s Ladys? Und ich glaube genau daher rührt auch meine Faszination für das weibliche Geschlecht bzw. für die tollen Frauen an meiner Seite und die Freundschaften, die wir haben.
Denn obwohl wir natürlich die Erfolge der jeweils anderen feiern (Studien belegen zum Beispiel, dass man sich über die Erfolge einer guten Freundin genauso freut wie über die eigenen), rühren unser Stolz und unsere Faszination doch eher aus dem zurückgelegten Weg bis dahin. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ wissen wir über alle Hürden und noch so kleinen Steine Bescheid, die auf dem Weg lagen. Man honoriert also nicht nur den erreichten Erfolg, sondern auch das WIE. Denn oft stemmen Frauen ganz vieles „nebenher“ – neben der familiären Fürsorge, Kindererziehung und Co. Daher an dieser Stelle auch mal ein kleiner Reminder, nicht immer so streng mit sich selber zu sein. Ich glaube wir Frauen haben oft das Gefühl, egal welchen Bereich es betrifft, nie gut genug zu sein. Als Mama, als Arbeitskollegin, als Freundin, als Frau und in all den anderen Dingen, die wir täglich leisten. Aus Sicht einer Freundin kann ich sagen: IHR MACHT DAS ALLES ZIEMLICH TOLL!
Frauenfreundschaften sind in meinen Augen unersetzbar und tun ganz viel für uns. Gute Freundschaften garantieren ein langes und zufriedenes Leben – sogar das Risiko, an Depressionen zu erkranken, wird minimiert (hatte ich also recht mit der therapeutischen Wirkung). Also schnell den nächsten Kaffeeplausch mit der Freundin vereinbaren und einfach mal sagen „Du bist toll - schön, dass es dich gibt“.
