Eine der besten skandinavischen Bands findet viel zu wenig Beachtung. Deshalb ist heute Wintersun an der Reihe.

von Friedrich W. Dittmann

Ich habe eine Schreibblockade. Mir fällt zurzeit nichts ein. Willy, mein Kater, ist seit mehr als 24 Stunden überfällig. Wahrscheinlich ist der „blöde Hund“ wieder mal einer seiner Miezekatzen gefolgt. Er findet nun mal One-Night-Stands toll. Irritiert blicke ich auf seinen vereinsamten roten Fressnapf mit den bunten Mäusen und suche nach Ablenkung.

Im TV immer das Gleiche. Fuck that crazy war. Kurz entschlossen, entscheide ich mich für einen finnischen Abend. Wer meint, Finnland sei das Auenland der Rockmusik, der liegt so was von daneben. Dabei meine ich nicht nur Ville Valo mit Him.  Keine Frage, eine geile Combo. Man höre sich die schöne Version von Chris Isaak’s Wicked Game an.

Oder Nightwish, die wohl bekannteste Symphonic-Metal-Band aus Finnland. Unser Lieblingssong: Sleeping Sun. Die meisten Nightwish-Stücke wurden von dem streitbaren Keyboarder Tuomas Holopainen geschrieben. Gesungen von Tarja Turunen, der Frau mit der klassischen Gesangsausbildung.

Wer noch nicht genug hat, der höre sich Insomnium an. Auch eine zauberhafte Combo.

Last but not least meine ich die Band, die nie im Vordergrund stand. Wenn ich Kumpels frage: Kennt ihr Wintersun, kommt meistens: Who the fuck is Wintersun. Es ist nicht weniger als Melodic Death Metal aus dem Zauberkasten.

Gegründet wurde die Band 2004 von dem Sänger und Gitarristen Jari Mäenpää (ehemals Ensiferum). Hinzu kamen Kai Hahto an den Drums, Jukka Koskinen am Bass, sowie Teemu Mäntysaari als zweiter Gitarrist. Die erste Begegnung mit der Musik gab es für uns beim Summer Breeze Festival 2005.

Wer sich der Band nähern will, der kaufe bei seinem Dealer das zweite Studioalbum Time I, mit den genialen Land Of Snow And Sorrow und Time. Letzteres mit poetischem Text:

I´ve been searching so long, but I will find you even if it takes my whole life
But tonight I feel so alone and I know that you are forever gone
 

Wer nicht genauso begeistert ist wie wir, darf uns für den Rest unseres Lebens dissen. Danach kommt direkt das vorerst letzte Album aus 2017 The Forest Seasons, dass sich mit den 4 Jahreszeiten auseinandersetzt.

Für den Sommer hat Wintersun eine überarbeitete Fassung von Time I (Time II) angekündigt, erstellt mit Crowdfunding.

Derweil ist Willy, mein Kater, wieder nach Hause gekommen. Grußlos läuft er an mir vorbei und widmet sich seinem Fressnapf.