Neuwied treibt die Digitalisierung an seinen Schulen weiter voran: Mit dem fortgeschriebenen Medienentwicklungsplan 2026 bis 2030 investiert die Stadt rund 2,4 Millionen Euro in Ausstattung, Infrastruktur und Betreuung für alle 14 städtischen Grundschulen.

Neuwied |

Der erste Medienentwicklungsplan (2021–2025) sei „ein großer Schritt nach vorn“ gewesen, betont Bürgermeister Peter Jung. Heute sind alle Schulstandorte an Glasfaser angebunden, WLAN ist flächendeckend verfügbar und digitale Tafeln beziehungsweise mit dem Pad verbundene Fernseher gehören in den Klassenräumen zum Standard. Ein aktuelles Gutachten bestätigt laut Jung den erfolgreichen Kurs – und lobt ausdrücklich die Zusammenarbeit zwischen Schulen, IT und Verwaltung.

Vier Schwerpunkte bis 2030: Technik stabil halten – und verlässlich betreuen

Mit der Fortschreibung des Plans setzt die Stadt klare Ziele für die kommenden fünf Jahre:

  • Infrastruktur sichern und modernisieren: Glasfaser, LAN und WLAN sollen dauerhaft leistungsfähig und sicher bleiben.

  • Ausstattung aktuell halten: Vor allem die Präsentationstechnik in allen Unterrichtsräumen wird kontinuierlich erneuert.

  • Verlässlicher IT-Support: Vier Fachstellen für Wartung und Koordination sollen weiterhin stabile Abläufe gewährleisten.

  • Finanzielle Verlässlichkeit: Rund 2,4 Millionen Euro stehen über den Zeitraum für Umsetzung und Betrieb bereit.

Kritik an Landeszuschüssen: „So lässt sich moderner Support nicht stemmen“

Gleichzeitig mahnt Bürgermeister Jung an, dass die finanzielle Beteiligung des Landes an der technischen Betreuung nicht ausreiche. Mit 11 Euro pro Schülerin oder Schüler und Jahr ließen sich Wartung, Support und Betrieb moderner IT-Strukturen nicht realistisch finanzieren. Ein gemeinsames Gutachten von Land und Kommunen beziffere die Kosten allein für Wartung und Verwaltung der Tablets auf 162 Euro pro Schüler und Schuljahr.

Dass das Land dennoch lediglich einen gestaffelten Zuschuss von 5 bis 25 Euro anbiete, sorgt auch über Neuwied hinaus für Unmut: Der Städtebund habe bereits gewarnt, Kommunen könnten den Support im Zweifel nicht dauerhaft aufrechterhalten. Neuwied setzt daher auf eine „faire Lastenverteilung“ zwischen Land und Kommunen – damit Digitalisierung im Schulalltag nicht am laufenden Betrieb scheitert.