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Zweidrittel der Hoteliers und Gastronomen in akuter Existenznot

Gereon Haumann


Restaurants und Hotels verzeichnen in Folge der Corona-Krise nie dagewesene Umsatzeinbrüche. 67% Prozent der gastgewerblichen Betriebe in Rheinland-Pfalz sehen sich aktuell  in ihrer Existenz gefährdet. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband) hervor, die am Montag in Berlin veröffentlicht wurde.
Nach den vorliegenden Ergebnissen für Rheinland-Pfalz droht jedem sechsten Betrieb bereits ab November die Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit. „Jetzt ist es wichtig, dass unsere Gastgeber schnellstmöglich ihre Entschädigung für die zwangsweise Schließung im November erhalten!“ Es eilt!“, so DEHOGA Präsident Gereon Haumann „Denn viele unserer Betriebe im rheinland-pfälzischen Gastgewerbe stehen mit dem Rücken zur Wand!“
Seit März hat die Gastgewerbebranche, aufgrund des Lockdowns im Frühjahr und nach dem Neustart, mit Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen massive Umsatzverluste erlitten. Auch für Oktober beklagen 76 Prozent der befragten Unternehmer Umsatzverluste von durchschnittlich 42 Prozent. Grund dafür war insbesondere die anhaltende Diskussion um ein Beherbergungsverbot, die zu einer regelrechten Stornierungswelle von Übernachtungen führten. Die rheinland-pfälzischen Beherbergungsbetriebe machen über 70 Prozent des Umsatzes mit touristischen Gästen und nur knapp 37 Prozent mit Geschäftsreisenden. Daher trifft das coronabedingte Verbot von touristischen Übernachtungen unsere Gastgeber besonders hart.
„Die Verzweiflung in der Branche wächst“, so Gereon Haumann. „Der neue Lockdown im November hat die Betriebe weiter verunsichert.“ Angesichts der dramatischen Lage brauchen die Betriebe dringend die zugesagten November-Hilfen. „Die Hilfen werden aber nur dann funktionieren, wenn sie jetzt schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden“, macht Haumann deutlich „dies ist dezentral und rechtssicher über die Finanzämter möglich. Wir wurden von Amts wegen geschlossen, also sollte der Staat jetzt auch – ohne langes Antragsverfahren – von Amts wegen unverzüglich die Entschädigungszahlungen vornehmen! In Rheinland-Pfalz warten 13.500 Betriebe dringend auf die versprochene ,November-Hilfe‘!“Die Ergebnisse zeigen ferner, dass bei einem längeren Lockdown weitere Hilfen unverzichtbar wären. 85 Prozent der Betriebe geben an, dass die geplanten einmaligen Entschädigungen nicht für eine längere Schließung über den November hinaus ausreichten.
Hinter den Zahlen stehen aber vor allem engagierte Hoteliers und Gastronomen, über 90 Prozent davon sind in Rheinland-Pfalz familiengeführte Betriebe. Eine Branche, die in den letzten Monaten – trotz erheblicher Umsatzausfälle - enorm investiert hat, um alle Corona-Auflagen zu erfüllen und alle Hygiene-Anforderungen einzuhalten. „Nach den Entscheidungen über die Bedingungen im November sollte uns die Politik schnellstmöglich ein Signal geben, welche Perspektiven unsere Betriebe in den vor uns liegenden Wintermonaten haben. Wir und unsere Gäste benötigen rasch Planungssicherheit für die Advents- und Weihnachtszeit sowie den Jahresbeginn 2021“, so DEHOGA Präsident Haumann.