Vor dem Oberlandesgericht Koblenz hat am Montag ein bedeutender Strafprozess begonnen. Angeklagt ist ein 48-jähriger syrischer Staatsangehöriger, dem schwerste Verbrechen während des syrischen Bürgerkriegs zur Last gelegt werden.
Laut Gericht geht es um Mord in 70 Fällen sowie um Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Mann soll in den Jahren 2011 und 2012 als Wärter in einem Gefängnis des syrischen Geheimdienstes in Damaskus tätig gewesen sein.
Schwere Vorwürfe aus der Zeit des Bürgerkriegs
Die Anklage zeichnet ein düsteres Bild: Der Beschuldigte soll aktiv an brutalen Verhören beteiligt gewesen sein, bei denen Gefangene systematisch misshandelt und gefoltert wurden. Berichten zufolge kamen unter anderem Stromstöße und massive körperliche Gewalt zum Einsatz.
Mindestens 70 Häftlinge sollen infolge der Misshandlungen sowie der unmenschlichen Haftbedingungen ums Leben gekommen sein. Seit seiner Festnahme im Mai 2025 befindet sich der Angeklagte in Untersuchungshaft.
Der Prozess gilt als weiterer bedeutender Schritt der deutschen Justiz bei der Aufarbeitung von Verbrechen im Kontext des syrischen Bürgerkriegs.
