Die Landungsbrücke für den neuen Schiffsanleger 2 liegt bereits seit Monaten montagefertig bei einer Herstellerfirma in Andernach. Eigentlich sollte die gemeinsam von der Stadt Neuwied und der Schweizer Reederei Scylla geplante Anlegestelle für Hotelschiffe bereits deutlich weiter sein. Untiefen im Rhein machten jedoch zunächst Ausbaggerungsarbeiten erforderlich.
Was zunächst wie eine kleinere Aufgabe erschien, entwickelte sich zu einem aufwendigen Genehmigungsverfahren. Im Rhein darf nicht ohne vorherige Prüfungen gebaggert werden. Zunächst mussten deshalb Bodenproben mithilfe eines Spezialschiffes entnommen und untersucht werden.
Rheinboden ist nicht belastet
Bereits die Probenentnahme verzögerte sich Anfang des Jahres aufgrund des hohen Wasserstands. Der abschließende Bericht lag schließlich rund um Ostern vor. Das Ergebnis fiel positiv aus: Der Boden an der Anlegestelle ist nicht mit Schadstoffen belastet.
Ende Mai erteilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt deshalb die Genehmigung für die Baggerarbeiten. Der entnommene Boden darf zudem an anderer Stelle wieder in den Rhein eingebracht werden. Bei einer festgestellten Belastung wäre eine aufwendige und kostenintensive Entsorgung notwendig geworden.
„Manchmal steckt der Teufel wirklich im Detail“, erklärt Lena Höver aus dem Team des Neuwieder Stadtmarketings. Das positive Ergebnis der Bodenuntersuchung sei daher ein wichtiger Fortschritt für das Projekt.
Weitere Gutachten erforderlich
Mit der Freigabe durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sind allerdings noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt. Auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord stellt Anforderungen an das Vorhaben. Die Scylla AG hatte bereits vier Gutachten erstellt. Inzwischen wurde ein weiteres Gutachten nachträglich angefordert.
Auch die Stadt Neuwied und die Stadtwerke Neuwied planen einen zweiten Anleger für die Tagesausflugsschifffahrt. Die Verwaltung steht dazu ebenfalls mit der SGD Nord im Austausch und arbeitet derzeit an dem geforderten Gutachten.
„Von außen betrachtet könnte schnell der Eindruck entstehen, dass das Projekt seit Jahresbeginn stillsteht. Doch das ist nicht richtig. Im Hintergrund ist seitdem eine Menge passiert“, betont Julia Kloos-Wieland, Leiterin des Neuwieder Amts für Stadtmarketing.
Stadt und Reederei wollen die weiteren Genehmigungsschritte nun konsequent abarbeiten. Ziel bleibt es, möglichst bald wieder Hotelschiffe und Ausflugsschiffe in Neuwied begrüßen zu können.
