Gutachten belasten beschuldigten Landesarchäologen – Disziplinarverfahren läuft weiter

Koblenz/Mainz |

Der Archäologie-Skandal in Rheinland-Pfalz gewinnt weiter an Brisanz. Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen sieht das Innenministerium den Verdacht gegen einen Landesarchäologen bestätigt – mit direkten Konsequenzen für den Beamten.

Verdacht erhärtet – Konsequenzen folgen

Wie Innenminister Michael Ebling (SPD) mitteilte, habe sich der Verdacht der vorsätzlichen Manipulation von Funddatierungen weiter verdichtet. Grundlage dafür seien zusätzliche Untersuchungen, die den bisherigen Verdacht stützen. In der Folge erhält der bereits freigestellte Archäologe erneut nur noch die Hälfte seiner Bezüge.

Gegen den Mann läuft seit über einem Jahr ein Disziplinarverfahren. Ihm wird vorgeworfen, bedeutende archäologische Funde bewusst falsch datiert zu haben.

Besonders im Fokus stehen mehrere Schädel sowie der viel beachtete Fund des sogenannten „Neandertalers von Ochtendung“. Der Beschuldigte weist sämtliche Vorwürfe weiterhin entschieden zurück.

Gericht sah zuvor keine ausreichenden Belege

Bereits Anfang 2025 war dem Archäologen das Gehalt gekürzt worden. Dagegen setzte er sich juristisch zur Wehr – mit Erfolg: Das Oberverwaltungsgericht entschied im Oktober 2025 zugunsten des Beamten und hob die Maßnahme vorläufig auf. Anders als die Vorinstanz sah das Gericht auf Basis der damaligen Aktenlage keine ausreichende Wahrscheinlichkeit für eine vorsätzliche Manipulation.

Diese Einschätzung war jedoch nicht endgültig. Mit den nun vorliegenden neuen Erkenntnissen bewertet das Innenministerium die Lage anders und zieht erneut finanzielle Konsequenzen.

An der Aufarbeitung des Falls sind auch externe Fachleute beteiligt, darunter der schleswig-holsteinische Landesarchäologe Ulf Ickerodt sowie die Kölner Wissenschaftlerin Silviane Scharl.

Nicht Teil des Disziplinarverfahrens ist hingegen das sogenannte „Schlachtfeld von Riol“, das ebenfalls für Diskussionen gesorgt hatte.

Wie es in dem komplexen Fall weitergeht, bleibt offen – klar ist jedoch: Der Skandal ist noch lange nicht abgeschlossen.